Wirtschaft : Continental steuert halbe Milliarde Reingewinn an

HANNOVER .Die Continental AG, Hannover, steuert nach ihrem Rekordjahr 1998 weiterhin auf Wachstumskurs.Der scheidende Konzernchef Hubertus von Grünberg kündigte vor der Hauptversammlung in Hannover für 1999 Steigerungen bei Umsatz und Gewinn von rund 25 Prozent an.Der Reingewinn könnte erstmals mehr als eine halbe Mrd.DM betragen.Continental will außerdem die Einführung preiswerter elektronischer Stabilitätsprogramme (ESP) als Standardausstattung im Automobilbau vorantreiben.

Der 56jährige von Grünberg schied mit Ablauf der Hauptversammlung nach acht Jahren auf eigenen Wunsch aus und soll künftig den Aufsichtsrat führen.Nachfolger ist der 45 Jahre alte Conti-Manager Stephan Kessel.Der Antrag der US-Stahlarbeitergewerkschaft USWA, den Vorstand wegen des Streiks im US-Reifenwerk Charlotte nicht zu entlasten, fand kaum Zustimmung.Conti forderte die Gewerkschaft auf, nach acht Monaten Streik an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Der Conti-Umsatz soll 1999 um gut 25 Prozent auf 8,5 Mrd.Euro (rund 16,6 Mrd.DM) steigen, sagte von Grünberg.Das operative Ergebnis dürfte sich "parallel zum Umsatzanstieg entwickeln".Der Reingewinn betrug im Vorjahr 414 Mill.DM.Die Aktionäre bekommen zum vierten Mal in Folge eine höhere Dividende, für 1998 von 0,80 DM je Stückaktie.

In den ersten fünf Monaten zog der Conti-Umsatz bereits um 52 Prozent auf 3,65 Mrd.Euro an.Das operative Konzernergebnis vor Steuern verbesserte sich um 19 Prozent auf 202 Mill.Euro.Wesentliche Ursache für den Umsatzanstieg sei der Zukauf des Bremsen- und Chassisherstellers Teves, Frankfurt (Main), von ITT Automotive.In Kooperation mit Teves wurde auch das ESP-System entwickelt.Ohne Teves wäre der Umsatz bis Ende Mai um lediglich vier Prozent gewachsen."Profitables Wachstum ist nach wie vor Unternehmensziel Nummer eins", sagte von Grünberg.Die eingeleitete Neuausrichtung der Conti-Gruppe vom bloßen Reifenhersteller zum Autozulieferer und Systemanbieter und die weitere Globalisierung würden sich positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirken.Gestützt werde dies durch die weitere Verlagerung lohnintensiver Arbeiten in Niedriglohnländer sowie eine gestärkte Innovationskraft.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Weiss würdigte die Arbeit von Grünbergs und sprach von einer Zäsur.Der Aufsichtsrat bedauere den Rückzug, respektiere ihn aber.Von Grünberg habe "dem Unternehmen eine neue strategische Ausrichtung gegeben".

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