Wirtschaft : Contis Reifen könnten an die Börse rollen Die Fusion mit Schaeffler 2011 treibt die Pläne voran

Thomas Magenheim

Hamburg - Der hochverschuldete MDax-Konzern Continental aus Hannover liebäugelt mit einem Börsengang seiner Reifensparten. Überlegungen für einen solchen Schritt ab dem kommenden Jahr konkretisieren sich, erfuhr das Handelsblatt aus dem Kreis beteiligter Personen. Hauptgrund ist das für 2011 anstehende Zusammengehen mit Großaktionär Schaeffler.

Das Familienunternehmen Schaeffler, das 75,1 Prozent der Conti-Aktien hält, belasten Schulden von insgesamt 13 Milliarden Euro. Ohne eine deutliche Reduktion wollen die 59 Gläubigerbanken von Continental dem Deal nicht zustimmen.

Wie die gestern von Conti vorgelegten Detailzahlen zeigen, ist die Reifensparte nach wie vor ein wichtiger Gewinntreiber. Im vergangenen Jahr hatte Contis Gummisparte ein Betriebsergebnis von mehr als eine Milliarde Euro erwirtschaftet. Finanzkreise bewerten den Unternehmensteil mit mindestens neun Milliarden Euro. Insgesamt erzielte der Konzern von Januar bis März einen Nettogewinn von 228 Millionen Euro – nach einem Minus von 267 Millionen im Vorjahreszeitraum. Zudem gab der Konzern bekannt, dass er sein letztes deutsches Lkw-Reifenwerk bei Hannover schließen wolle. Conti begründete diesen Schritt damit, dass sich trotz Marktbelebung die Überkapazitäten nicht wesentlich verringert hätten.

Vorstandschef Elmar Degenhart will zwar an Contis Gewinnbringer als Ausgleich zum schwankenden Autozuliefergeschäft festhalten, wie er zuletzt auf der Hauptversammlung des Unternehmens bekräftigt hat. Doch die Schuldenlast von Schaeffler dürfte im Zug der Fusion zumindest einen Teilverkauf der Reifensparten nötig machen, erfuhr das „Handelsblatt“ von mit den Vorgängen vertrauten Personen. HB mit AFP

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