Wirtschaft : Credit Suisse kauft bei Morgan Stanley ein

Schweizer Bank übernimmt Vermögensverwaltung.

Zürich - Die Schweizer Großbank Credit Suisse kauft das Privatkunden-Vermögensverwaltungsgeschäft der US-Großbank Morgan Stanley in der Region Europa, Naher Osten und Afrika. Die Übernahme verschafft der Bank rund 13 Milliarden Dollar (10,2 Milliarden Euro) neues Vermögen von reichen und sehr reichen Kunden, die zweistellige Millionenbeträge und mehr anzulegen haben. „Das Wachstum in unseren internationalen Märkten und im Geschäft mit sehr reichen Kunden hat für Credit Suisse weiterhin höchste Priorität“, erklärte der Chef des Privatbankgeschäfts für Westeuropa, Romeo Lacher, am Mittwoch.

Nach Einschätzung von Analysten dürfte Credit Suisse etwa 200 bis 250 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Das entspricht etwa 1,5 bis zwei Prozent der verwalteten Vermögen. Der Preis hänge auch von der Qualität der Vermögen ab und die lasse sich von außen nicht beurteilen, sagte Sarasin-Analyst Rainer Skierka. Insgesamt verwaltete die Nummer zwei der Schweizer Finanzbranche Ende 2012 für reiche Kunden knapp 800 Milliarden Franken. „Für Credit Suisse ist das eine eher kleine Transaktion“, sagte ZKB-Experte Andreas Venditti.

Mit der Übernahme kann Credit Suisse ihr Geschäft besser ausbalancieren. Die stabilere Vermögensverwaltung schafft einen Ausgleich zum schwankungsanfälligeren Investmentbanking, das CS-Chef Brady Dougan trotz Kritik in der Schweizer Öffentlichkeit nicht aufgeben will. Der Lokalrivale UBS dagegen leitete einen drastischen Rückbau seiner Investmentbank-Sparte ein und will sich auf das Vermögensverwaltungsgeschäft ausrichten. Warum UBS bei Morgan Stanley nicht zum Zuge gekommen ist, lasse sich nicht sagen, sagte ein Analyst.

Morgan Stanley will sich auf die Vermögensverwaltung in den USA konzentrieren und Insidern zufolge auch ihr Geschäft in Indien verkaufen. Offenbar seien große Vermögensverwalter dabei, ihre Aktivitäten regional zu konzentrieren, erklärte die Vontobel-Expertin Teresa Nielsen. rtr

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