Wirtschaft : Credit Suisse mit hohen Rückstellungen

Trotz Gewinnrückgang Dividendenerhöhung um 25 Prozent / Hoher Restrukturierungsaufwand ZÜRICH (dpa).Der schweizerische Finanzkonzern Credit Suisse Group, Zürich, hat aufgrund hoher Rückstellungen und Restrukturierungskosten 1997 nur einen Reingewinn von 397 Mill.Franken (476,4 Mill.DM) erzielt.Da aber alle Geschäftseinheiten und die erstmals miteinbezogenen Winterthur-Versicherungen erhebliche operative Ergebnisverbesserungen verzeichneten, wird eine Erhöhung der Dividende um 25 Prozent von 4,0 auf 5,0 Franken je Aktie beantragt, berichtete die CS Group am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Zürich.Für 1998 zeigt sich der Konzern nach einer sehr guten Geschäftsentwicklung in den ersten Monaten zuversichtlich."Trotz weiterer Auswirkungen der Asienkrise auf die Börsenentwicklung einzelner Märkte" werde mit "einem positiven Umfeld und weiteren Fortschritten hinsichtlich der Erreichung" der Ergebnisziele gerechnet.Noch im Jahr 1996 hatte es wegen hoher Rückstellungen einen Verlust von 2,1 Mrd.Franken gegeben.Läßt man die neuerlichen Rückstellungen außer acht, hat sich der operative Gewinn des Finanzkonzerns um 58 Prozent auf 3,395 Mrd.Franken gesteigert.Die Bilanzsumme nahm um zehn Prozent auf 689,568 Mrd.Franken zu.Das verwaltete Vermögen betrug 863 Mrd.Franken.Die CS Group stellte 1,6 Mrd.Franken zurück, mit denen mögliche faule Kredite vor allem in der Schweiz abgedeckt werden sollten.Mit einer Sonderrückstellung von 1,4 Mrd.Franken nach Steuern sollen unter anderem der Fortgang des Zusammenschlusses mit der 1997 übernommenen Winterthur-Gruppe (300 Mill.Franken) und die Integration des Finanzbereichs des britischen Barclay-Konzerns (237 Mill.Franken) finanziert werden.Außerdem werden rund 400 Mill.Franken mit Hinblick auf die Einführung des Euros und 430 Mill.Franken für weiterer Restrukturierungen im noch immer defizitären Bankgeschäft in der Schweiz zurückgestellt.Bis auf das Geschäft in der Schweiz wiesen die Geschäftseinheiten zum Teil hohe Gewinne auf.Die erstmals konsolidierte Winterthur-Gruppe konnte die Prämieneinnahmen um drei Prozent auf 27,608 Mrd.Franken erhöhen.Der operative Reingewinn stieg um 31 Prozent auf 674 Mill.Franken.Der Jahresgewinn sank aber aufgrund der Sonderrückstellungen für die Integration in die CS Group um 38 Prozent auf 318 Mill.Franken.Die Neuausrichtung der CS Group, in die vor einigen Jahren die Schweizerische Kreditanstalt aufgegangen ist und zu der auch die Investmentbank Credit Suisse First Boston gehört, sei weit fortgeschritten, hieß es in Zürich.Im Rahmen dieser Reorganisation hatte die CS Group einen Abbau um 5000 Arbeitsplätzen bis Ende 1998 angekündigt.Zwar seien bislang knapp 3900 Stellen abgebaut worden, dem habe aber ein Aufbau von fast 4000 neuen Stellen gegenübergestanden.Insgesamt beschäftigt die CS Group 62 400 Mitarbeiter.

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