Wirtschaft : D-Mark-Bargeldbestände: Milliarden-Beträge kursieren im Ausland

Ein Großteil der D-Mark-Bargeldbestände kursiert auch ein halbes Jahr vor der Einführung des Euro nach wie vor im Ausland. Darauf hat Bundesbankpräsident Ernst Welteke am Dienstag erneut hingewiesen. In Berlin appellierte er insbesondere an die Korrespondenten aus Osteuropa und der Türkei, über die Modalitäten der Euro-Bargeldeinführung zum 1. Januar 2002 zu berichten. Gleichzeitig startete die Bundesbank selbst eine Informationskampagne in den betroffenen Ländern. Damit will sie die dortigen D-Mark-Besitzer gezielt über den Umtausch ihrer Münzen und Scheine unterrichten. "Die Menschen sollen verstehen, dass die D-Mark nicht über Nacht ihren Wert verliert", sagte Bundesbankpräsident Welteke. Unter anderem will die Bundesbank an Banken und Wechselstuben in Türkisch, Russisch, Polnisch und einigen Sprachen der Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien formulierte Broschüren und Plakate verteilen.

Mitte der neunziger Jahre hatte eine Untersuchung der Bundesbank ergeben, dass sich zwischen 30 und 40 Prozent des deutschen Bargeldumlaufs im Ausland befinden. Das entsprach einem Betrag zwischen 65 Milliarden und 90 Milliarden Mark. Die Bundesbank geht davon aus, dass diese Zahlen mittlerweile niedriger liegen. Wie viele Münzen und Scheine aus Deutschland tatsächlich heute noch außerhalb Deutschlands im Umlauf seien, lasse sich jedoch nicht verlässlich sagen. In weiten Teilen der Türkei ist die Mark als Zahlungsmittel akzeptiert, im Kosovo ist sie offizielles und in Montenegro gesetzliches Zahlungsmittel. Auch in einigen russischen Teilrepubliken nehme die D-Mark einen hohen Stellenwert ein, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bundesbank in Berlin.

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