Wirtschaft : D-Mark gerät stärker unter Druck

Dollar und Pfund setzen zum Höhenflug an / Zinsen in der Bundesrepublik auf Tiefstand

BERLIN. Die D-Mark ist an der Frankfurter Devisenbörse zum Wochenbeginn erneut unter starken Druck geraten.So konnte sich der US-Dollar zum Fixing auf 1,7924 (Freitag: 1,7608) DM verbessern, den höchsten Stand seit August 1991.Nachbörslich brach der Greenback aber wieder leicht ein. Auch das britische Pfund durchbrach relativ leicht die Schallmauer von 3 DM und erreichte mit einem amtlichen Mittelkurs von 3,0227 (2,9847) DM die höchste Notierung seit Oktober 1990.Beobachter sehen jetzt auch Kurse von 1,80 DM für den Dollar und 3,20 DM für das Pfund.Mit einer Korrektur der derzeitigen Entwicklung beim Pfund wird nicht vor Ablauf des vierten Quartals gerechnet. Begründet wurde die Entwicklung mit der Sorge über eine große EWU-Startergruppe und einen weichen Euro.Sämtliche Währungen, die der ersten Stufe Anfang 1999 zugerechnet werden, hätten an Boden verloren.Aber auch Zinserhöhungserwartungen in Großbritannien hätten eine Rolle gespielt, meinten Beobachter.Umgekehrt profitieren die bundesdeutschen Häuslebauer und Käufer von Eigentumswohnungen von dem niedrigen Zinsniveau.Baugeld gibt es derzeit schon unter 5,5 Prozent.Die Deutsche Hypothekenbank Frankfurt AG hat am Montag ihren Hypothekenzins mit fünfjähriger Bindungsfrist und 100 Prozent Auszahlung auf 5,48 (bisher 5,59) Prozent gesenkt. An diesem günstigen Zinsniveau wird sich auch so schnell nichts ändern - war am Bankenplatz Frankfurt die übereinstimmende Meinung."Selbst wenn in den USA die Zinsen um einige Basispunkte anziehen, wird sich am grundsätzlichen Verhältnis von Aktien- zum Rentenmarkt wenig ändern", äußerte Commerzbank-Volkswirt Peter Pietsch."Die Crash-Parolen entbehren deshalb jeder ökonomischen Realität." Für die nächsten Tage wird sogar mit einem weiteren Anstieg der Aktienkurse gerechnet."Unsere Prognose geht bis auf 4300 Punkte", sagte Pierre Drach von der "Unabhängigen Finanzmarktanalyse GmbH - Independent Research".Danach dürfte es aber zu einer Konsolidierung kommen."Das kann bis 3700 Punkte gehen." Von diesem gesicherten Boden, so Drach, sei wieder ein akzeptabler Anlauf möglich.Heinrich Schaumburg, Chefvolkswirt der BfG Bank, rechnet ebenfalls nicht mit einem radikalen Einbruch.Die Mittelzuflüsse der großen Investmentfonds müßten investiert werden.Mangels attraktiver Anlage in festverzinsliche Wertpapiere müßten auch gemischte Fonds überproportional in Aktien einsteigen, sekundierte Drach.WOLF PAMPEL (dpa)

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