Wirtschaft : Dämpfer am Monatsende

Henrik Mortsiefer

Berlin - Der deutsche Aktienmarkt lässt sich nicht bremsen – zumindest nicht im Februar. Im vergangenen Monat ist der Dax erneut um zwei Prozent gestiegen. Im Januar waren es knapp fünf Prozent gewesen. Als Wegmarke nach oben nahm der Dax zwischenzeitlich sogar die Hürde von 5900 Punkten. Der Dämpfer kam erst am Monatsende. Am Dienstag sackte der Dax um zwei Prozent ab. Dennoch: 6000 Punkte sind in erreichbare Nähe gerückt. Auch die Nebenwerte kamen deutlich voran. Der M-Dax stieg im Februar um 4,4 Prozent. Und wie zu den besten Zeiten der New Economy ging es am Technologiemarkt zu: Der Tec-Dax sprang um 10,6 Prozent nach oben. Erstaunlich ist dies auch, wenn man den Vergleich zur US-Technologiebörse zieht. Die Nasdaq kam im Februar nicht von der Stelle. Sie notierte am Monatsende exakt dort, wo sie vor vier Wochen begonnen hatte. Auch der Dow-Jones-Index stieg nur um gut zwei Prozent.

Beobachter sehen in der mageren Bilanz der amerikanischen Börse ein Warnsignal. In der nachlassenden Dynamik der Aktienkurse werde das schwächere Wachstum der US-Wirtschaft vorweggenommen. Dies, so lautet die Warnung, dürfte auch für den deutschen Markt nicht ohne Folgen bleiben. Denn nach wie vor gilt: die US-Leitbörse gibt den Ton an. In den kommenden Wochen könnte es an der deutschen Börse also spannend werden. Denn die Konjunkturaussichten sind hier zu Lande viel versprechender als in den USA. So kommt etwa Frédéric Prêtet von der französischen Bank Société Générale in einem aktuellen Deutschland-Report zu dem Schluss, dass die Phase des Abwartens bei deutschen Verbrauchern und Unternehmen vorbei ist. Rund zwei Prozent Wachstum seien im laufenden Jahr für die deutsche Wirtschaft drin.

Beim Rückblick auf den Februar findet sich dieser Optimismus wieder. 24 von 30 Dax-Werten sind gestiegen, drei mit zweistelligen Prozentzahlen. Im Fokus der Anleger standen vor allem Finanzwerte, Auto- und Handelsaktien sowie Versorger.

Stärkster Wert war mit einem Gewinn von 22,3 Prozent die Aktie von VW. Nach der Ankündigung eines drastischen Sparprogramms glaubt die Börse nach Korruptionsaffäre und Verkaufsflaute an ein Comeback des größten Autoherstellers Europas. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15,5 auf der Basis des für 2006 erwarteten Gewinns ist die Aktie allerdings schon fair bewertet.

Mit einem KGV von gut 10 ist die Aktie der Deutschen Post noch preiswert. Sie fiel allerdings im Februar ans Ende der Dax-Liste. Der Kurs leidet unter der Aussicht, dass die Post auf dem klassischen Briefmarkt zunehmend Konkurrenz erwarten muss. So will sich auch der niederländische Post- und Logistikkonzern TNT auf dem deutschen Markt engagieren.

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