Wirtschaft : Dämpfer für die Chemie

Prognosen für 1998 zurückgeschraubt / Export bleibt Zugpferd FRANKFURT (MAIN) (dpa/AP).Die deutsche Chemieindustrie rechnet 1998 mit einem deutlich geringeren Wachstum als im Vorjahr.Nach dem kräftigen Plus von 6,1 Prozent noch 1997 werde der Zuwachs der Chemieproduktion im laufenden Jahr voraussichtlich nur bei drei Prozent liegen, erklärte der Verband VCI am Dienstag und korrigierte damit seine Erwartungen vom Anfang des Jahres, als er von vier Prozent ausgegangen war, nach unten.26 Prozent der Mitglieds-Unternehmen rechnen laut einer Umfrage aber damit, daß sich die Geschäftslage im zweiten und dritten Quartal noch verbessert.Zugpferd der Chemiekonjunktur werde wieder der Export sein, heißt es in dem Bericht des VCI.Der Verband dämpfte die Hoffnung auf einen Beschäftigungsaufbau in der Chemie.Die Talsohle werde aber demnächst erreicht, sagte ein Sprecher.Im Januar und Februar 1998 waren in der Branche im Mittel 483 500 Mitarbeiter beschäftigt, 24 000 weniger als in den beiden Vorjahresmonaten.Dies überzeichne aber die Lage.Allein die Umwandlung von Chemiefirmen in Holdings und die Ausgliederung von Firmenteilen habe rechnerisch zu einem Rückgang um rund 15 000 Stellen geführt.Im ersten Quartal 1998 habe die deutsche Chemie den Wachstumskurs fortgesetzt, heißt es im Lagebericht.Doch die Dynamik habe sich abgeschwächt.Nach einem Produktionsplus von 6,1 Prozent in 1997 erzielte die Branche in den ersten beiden Monaten 1998 ein Plus von 3,2 Prozent.Dabei liefen chemische Grundstoffe besonders günstig.Konsumnahe Produkte, wie Wasch- und Reinigungsmittel, litten aber weiter unter der Kaufzurückhaltung in Deutschland.Mehrheitlich rechnen die Chemiefirmen im Jahresverlauf aber mit einer günstigen Konjunktur, berichtet der Verband.Lediglich zehn Prozent erwarten eine Verschlechterung.Der Optimismus wird vor allem vom Export getragen, der 1997 um 14,6 Prozent auf den Rekordwert von 118,3 Mrd.DM kletterte.Der feste Dollarkurs stütze die Aussichten auf weiter steigende Chemieausfuhren in diesem Jahr, heißt es.Zu den Schattenseiten zählt die Finanzkrise in Südost- und Ostasien.Es gebe zwar keine Anzeichen, daß sich die Turbulenzen auf andere Regionen ausweiten.Allerdings werde sich die Chemienachfrage in den betroffenen Ländern schwächer entwickeln.Hinzu komme die Schwäche der japanischen Wirtschaft.

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