Wirtschaft : Dämpfer für die deutsche Wirtschaft

WIESBADEN (rtr).Die deutsche Volkswirtschaft wuchs zum Jahresende 1998 aufgrund der weiter zurückgehenden Exporte langsamer als im Jahresverlauf.Dies teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit.Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg zwischen Oktober und Dezember real um 2,5 Prozent.Damit lag das Plus unter dem Jahresdurchschnitt von 2,8 Prozent.Gegenüber dem dritten Quartal 1998 nahm das BIP saisonbereinigt sogar um 0,4 Prozent ab.

Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland ist zum Jahreswechsel 1998 ins Stocken geraten.Das zeigt das verlangsamte Wachstum des Bruttoinlandproduktes, das die im Inland produzierten Waren und Dienstleistungen angibt.Nach den vom Statistischen Bundesamt vorgelegten Daten wurde besonders Westdeutschland von der nachgebenden Exportkonjunktur getroffen.In den neuen Bundesländern setzte sich der Aufschwung im vierten Quartal 1998 fort, was auch zu mehr Beschäftigung führte.Für 1998 insgesamt bestätigte das Amt die Wachstumsrate mit 2,8 Prozent.

Die Wirtschaftskrisen in Asien, Südamerika und Rußland haben deutliche Spuren in der deutschen Exportwirtschaft hinterlassen.Die Ausfuhren legten im letzten Vierteljahr 1998 nur noch um 1,6 Prozent zu, die Importe nahmen dagegen um 4,8 Prozent zu.Damit sind die Exporte im Jahresverlauf stetig zurückgegangen.Im dritten Quartal 1998 waren sie um 3,1 Prozent, im ersten Halbjahr sogar noch um mehr als acht Prozent gestiegen.

Die meisten Konjunkturforscher rechnen angesichts der zahlreichen Krisenherde in der Welt für 1999 nur noch mit einem Wachstum für Deutschland von 1,4 bis 2,2 Prozent.Der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) erwartet nach seiner Frühjahrsumfrage bei mehr als 25 000 Unternehmen ebenfalls nur noch ein Plus von 1,5 Prozent.Und die Bundesregierung ging zuletzt von zwei Prozent aus.Das Finanzministerium hofft, daß die weltwirtschaftlichen Schwächetendenzen abebben und im Jahresverlauf die Konjunkturentwicklung wieder positiver verläuft.Unterstützt wird diese Ansicht vom Münchener ifo-Institut.Das Weltwirtschaftsklima habe sich erstmals seit einem halben Jahr wieder etwas erholt, hieß es in der jüngsten Studie.

Für einen Lichtblick am verdunkelten Konjunkturhorizont sorgte die anziehende Inlandsnachfrage.Entscheidende Impulse gingen dabei von den Ausrüstungsinvestitionen aus, die im letzten Vierteljahr 1998 um elf Prozent stark zulegten.Belastet wurde die Konjunktur erneut durch die weiter sinkenden Bauinvestitionen, die um 5,3 Prozent zurückgingen.Der Private Verbrauch zog dagegen an.Mit 2,7 Prozent nahm er erstmals seit dem ersten Quartal 1996 stärker als das Bruttoinlandsprodukt zu.Der Staatsverbrauch erhöhte sich um 1,6 Prozent.

Erstmals seit mehreren Monaten überholte die ostdeutsche Wirtschaft die Konkurrenz im Westen.Die wirtschaftliche Leistung in den neuen Bundesländern wuchs zum Jahresende um 2,6 Prozent nach 1,7 Prozent im dritten Quartal.In der alten Bundesrepublik wurde dagegen nur ein Plus von 2,4 Prozent nach 2,9 Prozent ermittelt.

Das im Vergleich zu 1997 noch immer höhere Wirtschaftswachstum wirkte sich erneut positiv auf den Arbeitsmarkt aus.Im vierten Quartal waren in Deutschland 175 000 Personen mehr erwerbstätig als ein Jahr zuvor.Im Westen waren es 95 000 Beschäftigte (plus 0,3 Prozent) mehr und im Osten waren es 80 000 (plus 1,3 Prozent).

Die seit Jahren deutlich ansteigende Arbeitsproduktivität lag auch im vierten Quartal wieder über dem Vorjahresniveau - und zwar um 1,9 Prozent.Im Westen erhöhte sie sich um 2,1 Prozent und im Osten um 1,3 Prozent.Die Lohnstückkosten, also das Verhältnis von Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit je Arbeitnehmer zur Produktivität, gingen Ende 1998 um ein Prozent zurück.

Bei der Verteilung des wirtschaftlichen Zuwachses geht auch im letzten Vierteljahr 1998 der Trend weiter zu Lasten der Arbeitnehmer.Das Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit nahm nur geringfügig um 1,3 Prozent zu, Die Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen erhöhten sich um neun Prozent.

Und die Bundesregierung ging zuletzt von zwei Prozent aus.

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