Wirtschaft : Daewoo Motor: Südkoreas Autobauer endgültig pleite

Der südkoreanische Autobauer Daewoo Motor ist endgültig pleite. Nach dem Zusammenbruch des Mutterkonzerns Daewoo im vergangenen Jahr wurde die Autosparte am Mittwoch für zahlungsunfähig erklärt. Daewoo Motor werde keine neuen Finanzhilfen mehr erhalten, teilte der Hauptgläubiger, die Korea Development Bank (KDB), in Seoul die Entscheidung der Geldgeber mit. Der Schritt war angedroht worden, nachdem das Unternehmen am Dienstag am zweiten Tag in Folge in Zahlungsverzug geraten war. Zahlreiche Geschäftspartner geraten durch die Pleite in große Schwierigkeiten.

Der Bankrott wird nach Angaben von KDB-Präsident Uhm Rak Yong auch die Übernahme-Verhandlungen um den Autobauer und dessen Schwesterunternehmen SsangYong Motor beeinflussen. Mit der Umsetzung des Restrukturierungsplans sollte der Verkauf durch den interessierten US-Autokonzern General Motors attraktiver gemacht werden. Bei Verhandlungen mit der Unternehmensleitung hatte die Gewerkschaft die von den Kreditgebern geforderten Rationalisierungsschritte beim zweitgrößten Autobauer des Landes abgelehnt.

Mit dem Kollaps von Daewoo Motor stehen nach Ansicht von Analysten außer dem Großteil der fast 18 000 Arbeitsplätze des Autobauers auch etwa 300 000 Stellen bei 504 Zulieferern auf dem Spiel. Vor kurzem hatten die südkoreanischen Banken bereits eine Schwarze Liste mit 52 bedrohten Unternehmen veröffentlicht, die liquidiert, unter Zwangsverwaltung gestellt, zwangsfusioniert oder verkauft werden sollen.

Die KDB erwartet nun, dass Daewoo Motor innerhalb einer Woche unter Gläubigerschutz gestellt wird. Das Unternehmen werde einen Antrag auf Zwangsverwaltung stellen, unter der die Schulden eingefroren würden. Es liege dann in der Entscheidung des zuständigen Gerichts, ob Daewoo liquidiert oder reorganisiert werde, sagte ein KDB-Sprecher. Wie eine Unternehmenssprecherin mitteilte, läuft die Produktion bei Daewoo bis auf weiteres normal.

Die Verbindlichkeiten werden mit 18 Billionen Won - umgerechnet rund 36 Milliarden Mark - beziffert. Dem stehen Vermögenwerte von fast zwölf Billionen Won gegenüber.

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