Wirtschaft : Daimler-Aktionäre sollten umtauschen

BERLIN (dr).Am heutigen Freitag geht die Frist für den Tausch von Aktien der Daimler-Benz AG in Anteile von DaimlerChrysler zu Ende.Rund 800 000 Anteilseigner des größten deutschen Industriekonzerns sind aufgefordert, sich zu beteiligen.Die Daimler-Aktionäre werden dabei je Anteilsschein eine Aktie der DaimlerChrysler AG erhalten.Doch es gibt noch ein kleines "Schmankerl": Wird eine Umtauschquote von mehr als 90 Prozent erreicht, dürfen sich die Daimler-Aktionäre noch über 0,005 DaimlerChrysler-Papiere extra freuen.Im Klartext: Für 200 Daimler-Papiere gibt es dann eine Daimler-Chrysler-Aktie extra.

Doch soll man als einzelner Daimler-Aktionär umtauschen, oder nicht? Anfangs rieten professionelle Beobachter zum Abwarten.Sie spekulierten auf Nachbesserungen oder eine Barzuzahlung.Heute sehen sie es anders.Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) beispielsweise rät jetzt zum Umtausch.Wer nicht umtausche, habe zwar die Chance auf eine Barzuzahlung nach einem Spruchverfahren, müsse aber mit einer niedrigeren Dividende und einer schlechteren Entwicklung als bei DaimlerChrysler-Titeln rechnen, erklärte erst vor wenigen Tagen ein Sprecher der DSW.Auch bei der Deutschen Bank - einem der Großaktionäre von Daimler-Benz - rät man zum Umtausch.Es liege im Interesse der Aktionäre, denn bei dem Institut sieht man in der Fusion "ein sinnvolles unternehmerisches Konzept, daß die Ertragskraft, und damit auch das, was die Aktionäre daraus erzielen können, steigert", sagte Sprecher Roland Weichert.

Ins gleiche Horn stößt man bei der Bankgesellschaft Berlin.Der für Automobilaktien zuständige Analyst, Sebastian Stein, sagt kurz und knapp: "Wir empfehlen es." Er hält die Fusion an und für sich schon für sinnvoll und erwartet Vorteile auch für die Kursentwicklung.Die Daimler-Aktie sei derzeit "fair" bewertet, Kurspotential ergebe sich aber aus der Fusion.Ein ganz klares Ja auch von der Berliner Volksbank.Die Fusion verbessere die Marktposition von Daimler und die daraus erwachsenden Vorteile kämen ja auch dem Aktionär zugute, sagte Michael Thieme, von der Abteilung Wertpapiervertrieb.Wer sich gegen die Fusion stelle, sollte seine Daimler-Aktien lieber gleich verkaufen.Denn, so Thieme, sollte die geplante Fusion scheitern, werde dies doch einen erheblichen Imageschaden für Daimler nach sich ziehen, weil die Fusion doch von Vorstand und Aufsichtsrat ausgehandelt worden sei, die das Vertrauen der Aktionäre genießen sollten.

Die Mindestumtauschquote für das Zustandekommen der Fusion beträgt 75 Prozent und an ihr dürften die Aktionäre wohl sowieso nicht rütteln können.Sie dürfte auf jeden Fall erreicht werden, weil institutionelle Anleger wie die Deutsche Bank bei Daimler-Benz zusammen bereits 80 Prozent halten.

Was passiert nun nach dem 23.Oktober.Am 2.November werden die DaimlerChrysler-Aktien voraussichtlich in den Börsenhandel aufgenommen.Mit einem Dax-Gewicht von knapp 14 (bisher acht) Prozent wird die Gesellschaft ein neues Dax-Schwergewicht.

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