Daimler-Chrysler : 20 Millionen Dollar für den Rückkauf der Markenrechte an "Daimler"

Heute geht die Ära Daimler-Chrysler zu Ende - herauskommen soll die Daimler AG. Einige Aktionäre wollen allerdings auch den Namen Benz prominent vertreten sehen. Um die Markenrechte an Daimler zurückzubekommen, musste der Konzern tief in die Tasche greifen.

StuttgartDaimler-Chrysler hat für die Umbenennung in Daimler AG dem US-Konkurrenten Ford die Rechte am Markennamen "Daimler" abgekauft. Man habe dafür 20 Millionen Dollar (gut 14 Mio Euro) bezahlt, sagte Konzernchef Dieter Zetsche auf der außerordentlichen Hauptversammlung. Den Markennamen Daimler nutzt allerdings bislang Ford für besonders große Autos seiner britischen Luxustochter Jaguar. Vor der Hauptversammlung hatten Börsianer über einen dreistelligen Millionenbetrag für den Kauf der Namensrechte spekuliert.

Ford ist über Umwege an den Markennamen Daimler gelangt: Konstrukteur Gottlieb Daimler hatte im 19. Jahrhundert seinen Motor nach Großbritannien lizenziert. Während er seine eigenen Wagen unter dem Namen Mercedes beziehungsweise Mercedes-Benz verkaufte, nannte sein britischer Geschäftspartner seine Fahrzeuge Daimler. Später übernahm Jaguar die Daimler Motor Company; Jaguar wiederum wurde von Ford gekauft.

Ende einer Ära

Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche zog einen Schlussstrich unter das Kapitel Chrysler und die Aktionäre des Autobauers auf den Kurs der neuen Daimler AG eingeschworen. "Mit dem Konzernnamen Daimler setzen wir ein klares Zeichen, dass wir ein neues Kapitel aufschlagen und gleichzeitig unsere Tradition als Erfinder des Automobils würdigen", sagte Zetsche auf einer außerordentlichen Hauptversammlung. Der Manager bekräftigte auf dem Aktionärstreffen zudem seine Renditeziele für die nächsten Jahre.

Die Aktionäre sollen nach der Trennung von der angeschlagenen US-Tochter Chrysler über den neuen Namen für das Unternehmen entscheiden. Es wurde mit intensiven Diskussionen gerechnet, da eine Gruppe von Anteilseignern den Namen von Autopionier Carl Benz vermisst. Der Finanzinvestor Cerberus hatte 80,1 Prozent an dem US-Autobauer für rund 5,5 Milliarden Euro übernommen. Die restlichen 19,9 Prozent bleiben beim bisherigen Stuttgarter Mutterkonzern. Die transatlantische Autoehe war nach neun Jahren im Mai geschieden worden.

Neue Daimler-Struktur

Mit dem Namen Daimler mache das Stuttgarter Dax-Unternehmen auf Anhieb klar, dass der Autobauer inzwischen ein neuer, internationalerer Konzern sei, begründete Zetsche die Entscheidung des Managements gegen den Namen Daimler-Benz. Der Name von Autopionier Carl Benz werde aber nicht an Wert verlieren. Durch die Umbenennung der Mercedes Car Group in Mercedes-Benz Cars werde der Name sogar deutlich prominenter platziert.

Die bisherige Truck Group mit ihren fünf Marken Mercedes-Benz, Freightliner, Western Star, Sterling und Fuso soll künftig unter dem Namen Daimler Trucks firmieren, erklärte Zetsche die neue Daimler-Struktur auf dem Aktionärstreffen, das erstmals von Manfred Bischoff geleitet wurde. Bischoff hatte den Posten im April von dem langjährigen Aufsichtsratschef Hilmar Kopper übernommen.

Zetsche bekräftigte vor rund 6000 Aktionären die Renditeziele des Stuttgarter Autobauers für die einzelnen Geschäftsbereiche: Die Mercedes Car Group (Mercedes, smart, Maybach) werde spätestens vom Jahr 2010 an eine Umsatzrendite von durchschnittlich zehn Prozent erwirtschaften. Im Lastwagenbereich peilt das Dax-Unternehmen dauerhaft eine Rendite von mindestens sieben Prozent an.

Milliardenbelastungen durch Scheidung von Chrysler

Der Manager bestätigte die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll in der neuen Konzernstruktur deutlich auf 8,5 Milliarden Euro gesteigert (2006 nach IFRS: 5,5 Mrd Euro) werden. Unterm Strich kommen allerdings Milliardenbelastungen auf die Autoschmiede zu. Die Scheidung der neunjährigen transatlantischen Autoehe soll Daimler mit 2,5 Milliarden Euro im Gesamtjahr 2007 belasten.

Zum offiziellen Ende der Ära Daimler-Chrysler trumpft die Mercedes-Gruppe mit einem Rekordabsatz auf. Die Mercedes Car Group meldete für September und für die ersten neun Monate des Jahres Bestwerte bei den weltweiten Verkäufen. Im Jahresvergleich stieg der Absatz um 7,4 Prozent auf 124 600 Autos. Die Kernmarke Mercedes kam mit 114.100 Fahrzeugen auf ein Plus von 7,1 Prozent. Bei den smart-Kleinwagen gab es mit der neuen Modellgeneration ein Plus von 11,2 Prozent auf 10.500 Autos. In den ersten drei Quartalen 2007 verkaufte die Mercedes-Gruppe insgesamt 942.300 Fahrzeuge. Ein Jahr zuvor waren es noch 934.200 Autos. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben