Wirtschaft : Daimler-Chrysler: A-Klasse belastet Ergebnis in Lateinamerika

Die A-Klasse von Mercedes-Benz kommt in Lateinamerika nicht richtig in die Gänge. Im vergangenen Jahr wurden im brasilianischen Sao Paulo nur 15 632 Einheiten des kleinsten Mercedes-Modells produziert - die 1999 gebaute Fabrik in Juiz de Fora war aber für bis zu 70 000 Fahrzeuge ausgelegt. "Wir sind damit nicht happy, denn die Erwartungen waren höher", sagte Ben van Schaik, Präsident der Tochter Daimler-Chrysler do Brasil und für die Region Lateinamerika verantwortlich, am Mittwoch in Sao Paulo.

Die schwachen Verkäufe der A-Klasse und auch die Chrysler-Probleme waren Grund dafür, dass das Ergebnis von Daimler-Chrysler in Lateinamerika im Jahr 2000 nur ausgeglichen ausfiel. Die sehr guten Resultate bei Lkw und Bussen kamen dadurch nicht zum Tragen. Der Lateinamerika-Chef des Autokonzerns rechnet für 2001 mit einem Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2000 wurden Fahrzeuge für 2,7 Milliarden Dollar (5,6 Milliarden Mark) abgesetzt. Der Absatz der A-Klasse soll um etwa zehn Prozent steigen. Das Auto sei für den lateinamerikanischen Markt zu teuer.

Bewährt hat sich laut van Schaik dagegen der weltweite Produktionsverbund bei Nutzfahrzeugen. So wird im rheinland-pfälzischen Lkw-Werk Wörth ein modifiziertes Atego-Fahrerhaus gebaut, das in Sao Paulo in drei Versionen ganz auf die brasilianischen Bedürfnisse ausgerichtet wird.

In Wörth wird künftig auch der Unimog gebaut werden, der bisher im wenige Kilometer entfernen badischen Gaggenau produziert wurde. Die rund 700 Mitarbeiter in dem Bereich sollen möglichst alle mit umziehen, teilte der Daimler-Chrysler am Mittwoch mit. Ein Stellenabbau sei nicht geplant. Als Termin für den Umzug sei Mitte 2002 vorgesehen, Vertrieb und Verwaltung sollen Anfang 2003 folgen. Das Werk Gaggenau soll sich vor allem auf die Fertigung von Schaltgetrieben konzentrieren.

Mit dem Umzug des Unimog-Bereichs soll die wirtschaftliche Basis für das traditionsreiche Fahrzeug weiter verbessert werden, hieß es. Zum Beispiel könne eine bestehende Lackieranlage in dem modernen Lkw-Werk für den Unimog genutzt werden.

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