Wirtschaft : Daimler-Chrysler AG: Chrysler drückt Konzerngewinn

Die Daimler-Chrysler AG hat im dritten Quartal wegen Ertragseinbußen bei Chrysler einen Einbruch beim Betriebsgewinn verzeichnet, durch Einmaleffekte aber einen höheren Überschuss erzielt. Ohne Berücksichtigung einmaliger Effekte sei der operative Gewinn um 79 Prozent auf 540 Millionen Euro geschrumpft, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Das Ergebnis lag knapp unter den Erwartungen der Finanzmärkte. Durch Buchgewinne aus der Entkonsolidierung der Tochter Dasa, die im Luftfahrtkonzern EADS aufgegangen ist, stieg der Überschuss jedoch um 54 Prozent auf 3,014 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs im dritten Quartal um acht Prozent auf 37,2 Milliarden Euro. Daimler-Chrysler-Vorstandschef Jürgen Schrempp kommentierte die Zahlen mit der Einschätzung, das Unternehmen sei "weltweit optimal aufgestellt, verfügt über die passenden Produkte für alle Kundenwünsche und ist auf nachhaltiges profitables Wachstum ausgerichtet". Nach dem Verkauf der Schienenverkehrstechnik-Tochter Adtranz an Bombardier "sind wir heute wieder klar auf das Automobilgeschäft fokussiert". Für das gesamte Geschäftsjahr 2000 sagte Daimler-Chrysler einen Umsatzzuwachs um elf Prozent auf rund 160 Milliarden Euro voraus. Zugleich bekräftigte der Konzern die Prognose, wonach der operative Gewinn ohne Einmaleffekte durch die Belastungen aus dem US-Geschäft auf sieben (vergleichbare Vorjahresrechnung: zehn) Milliarden Euro sinken werde. Einschließlich der Einmaleffekte würden der Überschuss und der Gewinn je Aktie jedoch deutlich über den Vorjahreswerten liegen. Den im dritten Quartal angefallenen Einmalertrag aus der Entkonsolidierung der Dasa bezifferte der Konzern auf 3,3 Milliarden Euro. Durch Abschreibungen auf Restwerte von Leasingfahrzeugen bei der Dienstleistungstochter Debis sei gleichzeitig eine einmalige Belastung von 0,5 Milliarden Euro entstanden.

Die Chrysler-Sparte rutschte im dritten Quartal wie bereits Ende September angekündigt tief in die Verlustzone und wies einen operativen Verlust von 579 Millionen Euro (Vorjahr: Gewinn von 1,164 Milliarden Euro) aus. Auslöser seien der scharfe Preiswettbewerb in den USA und Aufwendungen für Modellwechsel gewesen. Schrempp: "Mit neuen Produkten wird die Chrysler Group ihre starke Position im Markt ausbauen." Chrysler werde voraussichtlich im vierten Quartal wieder schwarze Zahlen schreiben. Die Sparte Mercedes/Smart erhöhte ihren operativen Gewinn im dritten Quartal um fünf Prozent auf 743 Millionen Euro. Die Nutzfahrzeug-Sparte erzielte durch einen Absatzeinbruch bei der US-Tochter Freightliner einen um vier Prozent niedrigeren Betriebsgewinn von 290 Millionen Euro. Auch bei der Dienstleistungstochter Debis brach der Ertrag wegen der Probleme im US-Fahrzeuggeschäft ein, der operative Gewinn der Tochter betrug zwischen Juli und September nur noch 75 (Vorjahr 281) Millionen Euro.

Insgesamt steigerte Daimler-Chrysler in den ersten neun Monaten des Jahres den Umsatz um 14 Prozent auf 121,9 Milliarden Euro. Bereinigt um Einmaleffekte ging der operative Gewinn um 26 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro zurück. Der Nettogewinn wuchs dagegen einschließlich der Sondereffekte um 40 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Der Stuttgarter Konzern hatte bereits Ende September auf die Verluste bei Chrysler hingewiesen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Vorfeld der Veröffentlichung des Quartalsberichts im Schnitt einen Einbruch des operativen Konzerngewinns ohne Einmaleffekte auf 577 Millionen Euro vorhergesagt. Die Daimler-Chrysler-Aktie rutschte am Donnerstag zunächst auf 51,25 Euro ab, erholte sich dann aber wieder bis zum Nachmittag auf 52,69 Euro, was knapp unter dem Börsenschluss am Vortag lag.

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