Wirtschaft : Daimler-Chrysler AG: Zum 100. Geburtstag ein Absatzrekord

Daimler-Chrysler wird mit Pkw der Marken Mercedes-Benz und Smart in diesem Jahr einen Absatzrekord aufstellen. "Wir werden deutlich über eine Million Fahrzeug absetzen", sagte das Vorstandsmitglied Jürgen Hubbert am Dienstag in Stuttgart. 1999 war die Millionenmarke knapp übertroffen worden. Auf einer Veranstaltung zum 100. Geburtstag der Marke Mercedes verteidigte Hubbert die Strategie von Daimler-Chrysler. Die Erweiterung des weltweiten Angebots war richtig, sagte er zu der Fusion mit Chrysler und der Beteiligung am japanischen Autobauer Mitsubishi. "Wir werden mittelfristig deutlich besser dastehen als unsere weltweiten Wettbewerber", betonte das Vorstandsmitglied der Daimler-Chrysler AG auch unter Anspielung auf die Probleme bei Chrysler. Er betonte, dass die Marke Mercedes-Benz geschützt und gestärkt werde.

Am 22. Dezember 1900 war der erste Mercedes an den Wiener Kaufmann Emil Jellinek ausgeliefert worden. Jellinek hatte das Auto nach seiner zehnjährigen Tochter Mercedes benannt. Seit 1902 ist der Name für Fahrzeuge von Mercedes-Benz geschützt. Andre Jellinek-Mercedes, die 94 Jahre alte Schwester der Namensgeberin, war aus Wien nach Stuttgart gekommen und fuhr am Dienstag mit Hubbert in einem Mercedes Simplex aus dem Jahre 1902 auf die Bühnen der Festveranstaltung. Der erste Mercedes ist nicht mehr erhalten.

Laut Hubbert hat die Marke heute einen Wert von mehr als 36 Milliarden Mark (18,4 Milliarden Euro). Seit dem Jahrhundertbeginn seien etwa 19 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert worden. Die Zahl der Kunden weltweit bezifferte er auf zehn Millionen. Hubbert erinnerte in seiner Rede auch an die Beschäftigung von Zwangsarbeitern bei Daimler-Benz im Zweiten Weltkrieg. Seit Anfang der 90er Jahre habe sich Mercedes-Benz entschlossen, die Modellpalette zu erweitern und sich emotionaler und dynamischer darzustellen. Dazu gehöre auch das neue Engagement im Motorsport, dem Mercedes zu einem guten Teil seinen Ruf verdanke, sagte der für die Marken Mercedes-Benz und Smart zuständige Hubbert. Jellinek war selber ein begeisterter Rennfahrer gewesen. Mercedes-Benz feiert das Jubiläum im kommenden Jahr mit zahlreichen neuen Produkten. Als Höhepunkt wird zum Jahresende ein neuer SL-Sportwagen auf den Markt kommen.

Mangold betont Internet-Chancen

Das Vorstandsmitglied der Daimler-Chrysler AG, Klaus Mangold, erläuterte am Dienstag in Berlin die überragende Bedeutung des Internets. Im Unternehmergespräch der Dresdner Bank am Pariser Platz betonte Mangold die "völlig neuartige Chancen im globalen Wettbewerb: Forschen in den USA, Entwickeln in Indien, Einkaufen in Thailand, Produzieren in Deutschland, Finanzieren an einem Offshore-Markt in der Karibik und Vertrieb in der virtuellen Welt des Internet". Binnen 24 Stunden könne heute ein Auto-Konstruktionsplan dreimal um den Globus wandern. "Und seine Fertigstellung erfordert nur mehr ein Drittel des Zeitaufwandes von vor 10 Jahren", sagte der Vorstandschef der Daimler-Chrysler Services AG (Debis). Daimler-Chrysler sei fest davon überzeugt, dass das Internet alle Abläufe der Automobilindustrie revolutionieren wird. Deshalb habe der Konzern eine Net Holding mit einem Eigenkapital von 550 Millionen Euro gegründet, in der alle E-Business-Aktivitäten gebündelt werden.

Mangold führte weiter aus, dass die Trennung von Industrie und Dienstleistungen "genau so künstlich" sei wie die Unterscheidung zwischen New und Old Economy. Die Kunden verlangten vielmehr eine Integration von Dienstleistung und Güterangebot. Für Debis folge daraus, "dass unsere Zukunft auch und gerade im Ausbau unseres Angebots bei fahrzeugbezogenen Dienstleistungen liegt". 70 Prozent der Umsätze im Lebenszyklus eines Automobils würden erst nach dem Verkauf erzielt. "Bei Daimler-Chrysler können wir uns vorstellen, schon in zehn Jahren bis zu 50 Prozent unserer Umsätze mit Dienstleistungen rund ums Automobil zu erwirtschaften." Daimler komme dabei zugute, dass von den rund vier Millionen Mercedes-Kunden 80 Prozent markentreu. "Es sind Stammkunden, eine Spezies, die es bei Dot.Com-Firmen kaum gibt." Gerade im Internet-Zeitalter sei diese Markenloyalität von strategischem Wert.

0 Kommentare

Neuester Kommentar