Wirtschaft : Daimler-Chrysler: Autokonzern erwägt neue Struktur

Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp will dem Autokonzern nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Capital" eine neue Sparten-Struktur verpassen. Daimler-Chrysler-Sprecher Michael Pfister sagte am Montag in Stuttgart dazu, das Unternehmen habe eine klare Struktur, die sich bewährt habe. Es gebe keinen Grund, diese zu ändern. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" sollen besonders Mitsubishi und Chrysler in Zukunft stark zusammenarbeiten und teilweise gemeinsame Plattformen für Autos entwickeln. "Capital" zufolge soll dem Aufsichtsrat im Februar 2001 ein von Konzernstratege Rüdiger Grube entwickeltes Vier-Sparten-Konzept vorgelegt werden. Danach soll Daimler-Chrysler in die Sparten "Luxusklasse" mit der Marke Mercedes-Benz, "Kompakt- und Kleinwagen" mit Chrysler, Mitsubishi und smart, "Geländewagen und Mini-Vans" (Chrysler, Mitsubishi, Mercedes M-Klasse) sowie die Sparte "Nutzfahrzeuge" aufgeteilt werden. Jedem Bereich stünde ein Vorstandsmitglied von Daimler-Chrysler vor. Heute gibt es bei der Daimler-Chrysler AG die Geschäftsfelder Mercedes-Benz und smart, Chrysler Group, Nutzfahrzeuge und Dienstleistungen (debis). Nach den Informationen von "Capital" beeinhaltet die neue Struktur teilweise eine Plattformstrategie, die Schremp bisher abgelehnt hatte. So sollen die M-Klasse und der Chrysler-Cherokee eine gemeinsame Plattform bekommen. Bei der Kompaktklasse bleibe die Traditionsmarke Chrysler lediglich als Label bestehen - die technische Entwicklung werde von Stuttgart und Tokio aus gesteuert.

Beobachter gehen davon aus, dass die Zusammenarbeit mit Mitsubishi besonders wichtig für den Gesundungsprozess Chryslers ist. Die "Financial Times Deutschland" berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen Daimler-Chrysler-Manager, die Synergien zwischen Mitsubishi und Chrysler würden viel größer sein als zwischen Chrysler und Mercedes und weit über den Austausch von Komponenten wie Motoren und Getrieben hinausgehen. So sollen baugleiche Autos unter beiden Markennamen verkauft werden. Chrysler und Mitsubishi arbeiten der Zeitung zufolge bereits seit 1970 zusammen. Heute produzieren die Japaner in einem Werk in Illinois rund 65 000 Autos der Modellreihen Sebring und Avanger für Chrysler.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben