Wirtschaft : Daimler-Chrysler: Autokonzern mit 5400 neuen Stellen in Deutschland

Der Autokonzern Daimler-Chysler hat in diesem Jahr in Deutschland 5400 neue Arbeitsplätze geschaffen. Der Motor des Zuwachses war das Fahrzeuggeschäft in Deutschland, sagte Personalvorstand Günther Fleig am Dienstag in Stuttgart. Weltweit arbeiteten 412 000 Menschen im dem deutsch-amerikanischen Konzern, davon 197 000 in Deutschland. Ende 1999 waren es noch 467 000 - der Rückgang erklärt sich durch die Ausgliederung der Dasa (39 000 Arbeitsplätze) und des debis Systemhauses (17 000). Fleig ging nicht auf die möglichen personellen Auswirkungen des Restrukturierungsprogrammes bei der angeschlagenen Chrysler Group ein, da dieses noch nicht beschlossen sei. Der verstärkte Einsatz deutscher Manager in Auburn Hills bei Detroit, aber auch bei Mitsubishi in Japan bedeute keine Management-Engpässe für Deutschland: "Wir haben genügend Führungskräfte für frei werdende Plätze, das ist verkraftbar", sagte Fleig. Der neue zweite Mann bei Mitsubishi, Rolf Eckrodt, nimmt 20 Manager mit nach Japan. Bei Chrysler in Auburn Hills arbeiten heute rund 125 deutsche Führungskräfte, umgekehrt etwa gleich viel Amerikaner in Stuttgart.

Bei Mercedes-Benz PKW/Smart wurden im ablaufenden Jahr 2100 neue Jobs geschaffen, im Bereich Nutzfahrzeuge waren es 1700. Rund neue 1000 Arbeitsplätze gab es im Vertrieb. Wegen der guten Lage erhalten die Mitarbeiter im deutschen Fahrzeuggeschäft einen höheren Bonus als im Vorjahr (2800 Mark), die genaue Summe nannte Fleig aber nicht. Die Chrysler-Beschäftigten dürften dagegen nur einen geringen Bonus erhalten, weil der Gewinn des Vorjahres (5,2 Milliarden Euro) um ein Zehntel auf 500 Millionen Euro geschrumpft ist. 1999 gab es noch eine Gewinnbeteiligung von 8100 Dollar. Fleig will die Arbeitszeitflexibilität, mit der Marktschwankungenn ohne Entlassungen ausgeglichen werden können, auf 25 Prozent in allen Standorten und Bereichen erhöhen. Heute seien es bereits 20 Prozent. "Die Automobilindustrie ist nun einmal volatil und wir wollen nicht wieder die Probleme wie Anfang der 90er Jahre bekommen, als Personal abgebaut werden musste", sagte der Arbeitsdirektor. Mit den Gewerkschaften werde über die Einrichtung von Langzeit-Arbeitszeitkonten verhandelte. Zu der Klage der IG Metall wegen angeblich 1,1 Million verfallener Überstunden wollte sich Fleig nicht äußern, sagte aber: "Mit einer Klage bewirkt man nichts".

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