Wirtschaft : Daimler-Chrysler: Automobilkonzern plant neues Werk in Thüringen

Der Daimler-Chrysler-Konzern wird ein Gemeinschaftsprojekt mit seinem japanischen Partner Mitsubishi voraussichtlich nicht im ostsächsischen Kodersdorf, sondern im thüringischen Kölleda ansiedeln. Dies berichtete die in Dresden erscheinende "Sächsische Zeitung" unter Berufung auf die Wirtschaftsförderung des Landes Sachsen.

Ein Sprecherin von Daimler-Chrysler in Stuttgart wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen. Vorstand Jürgen Hubbert, der als Mercedes-Chef für die Ansiedlung verantwortlich ist, sagte der Zeitung, eine definitive Entscheidung sei noch nicht gefallen. Er zeigte sich jedoch ungehalten darüber, dass bereits Informationen über die Vorentscheidung für den Thüringer Standort nach außen gedrungen seien: "Wer solche Informationen weitergibt, muss sich nicht wundern, wenn er am Ende leer ausgeht", sagte Hubbert.

Der Konzern werde offiziell erst im Sommer über das Projekt und seinen endgültigen Standort berichten. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen sind fünf Standorte für das Werk in der engeren Auswahl. Das bei Görlitz gelegene Kodersdorf hatte bis zuletzt als einer der Favoriten im Rennen um die Investition in dreistelliger Millionenhöhe vorn gelegen - neben einem weiteren Bewerber aus Brandenburg und einem ungarischen Konkurrenten. Am Ende soll jedoch die zentralere Lage in der Mitte Deutschlands den Ausschlag zu Gunsten Kölledas gegeben haben.

Auch Übergriffe Rechtsradikaler in der Lausitz gegen Vietnamesen sollen nach Angaben aus der Wirtschaftsförderung die japanisch-deutschen Investoren abgeschreckt haben. In der neuen Fabrik sollen Japaner an der Entwicklung von Motoren für neue Kleinwagenmodelle des Konzerns arbeiten.

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