Wirtschaft : Daimler-Chrysler baut Fabrik in Russland

Bei St.Petersburg sollen ab 2006 Pkw gebaut werden

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Moskau/Frankfurt am Main Der Autokonzern Daimler-Chrysler steht kurz vor dem Startschuss für ein eigenes Werk in Russland. Nach Handelsblatt-Informationen sind die Pläne für den Aufbau einer ersten eigenen Produktionsstätte in der Nähe von St.Petersburg so gut wie unter Dach und Fach. Der Bau einer Fabrik, in der C- und E-Klasse-Modelle aus Bausätzen produziert werden, soll bereits Anfang 2006 beginnen. Ein Unternehmenssprecher wollte die Informationen nicht bestätigen.

Vorstandschef Jürgen Schrempp hatte sich im Mai in Moskau mit Präsident Wladimir Putin getroffen, um das Projekt persönlich zu besprechen. In russischen Medien heißt es, dass in der Fabrik mittelfristig bis zu 25000 Fahrzeuge im Jahr gebaut werden könnten. Die Investitionen werden auf rund 100 Millionen Dollar geschätzt. Vor kurzem hatte Toyota den Aufbau einer Fertigungsstätte bei St.Petersburg angekündigt. Auch VW steht laut den Verhandlungen nahe stehenden Kreisen vor einem Abschluss über den Bau eines Montagewerks.

Nach Informationen aus unternehmensnahen Kreisen sollen in der neuen Fabrik von Daimler neben Mercedes-Limousinen auch Chrysler-Modelle gefertigt werden. Die deutlich günstigeren Chrysler-Fahrzeuge sollen auf dem boomenden russischen Automarkt eine Konkurrenz zu den dort bereits hergestellten Ford-Focus-Modellen darstellen. Die Nobelmarke Mercedes-Benz verkaufte 2004 in Russland lediglich etwa 4000 Fahrzeuge. Für Mercedes ist die Montage dort ein wichtiger Schritt, um bei den Absatzzahlen wieder zu BMW aufzuschließen.

Russland hat jüngst mit niedrigeren Einfuhrzöllen auf Autoteile den Weg für neue Investitionen geebnet. Das Land gilt mit einer Bevölkerung von 144 Millionen als einer der interessanten Wachstumsmärkte für die Autoindustrie. Laut Weltbank haben gerade einmal 147 von 1000 Russen derzeit ein Auto. bz/hz/mbr (HB)

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