Wirtschaft : Daimler-Chrysler: Benzinpreise können Mercedes nicht stoppen

Die rasant gestiegenen Benzinpreise bringen Mercedes-Benz und Smart nicht ins Schleudern. Der Autokonzern Daimler-Chrysler erwartet für seine deutschen Pkw-Marken erneut ein Rekordjahr. Er rechne für das Jahr 2000 mit einem Absatz von mehr als 1,1 Millionen Mercedes-Benz und Smart, sagte das Daimler-Chrysler-Vorstandsmitglied Jürgen Hubbert am Mittwoch in Rastatt. Im vergangenen Jahr hatte Mercedes erstmal in seiner Geschichte mehr als eine Million Autos verkauft. Auch der Umsatz und der Ertrag würden höher als im Vorjahr ausfallen, sagte Hubbert. 1999 hatten Mercedes-Benz und Smart einen Umsatz von 38,1 Milliarden Euro (74,5 Milliarden Mark) und einen Betriebsgewinn von 2,7 Milliarden Euro eingebracht. In den ersten acht Monaten des Jahres wurden weltweit 676 500 Mercedes-Benz-Personenwagen verkauft. Das sind 4,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für das ganze Jahr erwartet Hubbert ein Plus von zwei bis drei Prozent. In Deutschland setzte Mercedes mit 258 000 Autos in einem deutlich rückläufigen Gesamtmarkt zwei Prozent mehr Autos ab. Den Marktanteilsgewinn von 1,4 Prozent auf 11,3 Prozent bis Ende August nannte Hubbert sensationell. In Rastatt lief am Mittwoch knapp drei Jahre nach dem Produktionsstart das 500 000. Exemplar der A-Klasse vom Band.

Angesichts der Benzinpreisdiskussion sagte Hubbert, bis zur Marktreife alternativer Antriebe wie der Brennstoffzelle brauche es weiterhin Zeit. In der Zwischenzeit müsse der Verbrauch generell reduziert werden. "Da wird noch einiges kommen", sagte Hubbert. Erste Brennstoffzellen-Autos werde Daimler-Chrysler 2003 oder 2004 anbieten. Besonders gut läuft der Fahrzeugabsatz weiter in den USA. Dort liege man bis Ende August mit zwölf Prozent im Plus. Es bestünden gute Chancen, dort im laufenden Jahr erstmals mehr als 200 000 Pkw abzusetzen, sagte Hubbert.

Der Smart werde die angepeilten 100 000 Stück in diesem Jahr sicher erreichen, eher überschreiten. Der lange umstrittene City-Kleinwagen werde etwa im Jahr 2003/2004 ein positives Ergebnis erzielen. Ausgeweitet werden könnte laut Hubbert die A-Klassen-Modellreihe. "Wir haben Ideen und Vorstellungen und machen erste Projektkalkulationen", erklärte er. Die A-Klasse werde auf jeden Fall weitergebaut. Das Werk Rastatt arbeite an der Kapazitätsgrenze. Hubbert bekräftigte, Daimler-Chrysler werde sich nicht erneut um den koreanischen Autobauer Daewoo bewerben. Auch der Kooperationspartner Hyundai werde dies seiner Einschätzung nach nicht tun.

Daimler-Chrysler teilte am Mittwoch ferner mit, dass die Britin Elisabeth Wade Chefin des Bereichs Investor Relations wird. Die 42-Jährige mit dem Titel einer Senior-Vice-Präsidentin wird ihr Amt am 1. Oktober antreten. Frau Wade verfügt über 15 Jahre Erfahrung auf den Finanzmärkten in den Bereichen Fund Management, Investmentbanking und Investor Relation. Bei Barclays in London war sie verantwortlich für das Verhältnis zu den Aktionären, Brokern, Analysten und Ratingagenturen. Zuletzt war sie als Partnerin bei Makinson Cowell für die Entwicklung des kontinental-europäischen Geschäfts verantwortlich. Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp sagte, Wade werde die Kommunikation von Daimler-Chrysler mit den Kapitalmärken ausbauen.

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