Wirtschaft : Daimler-Chrysler: Daewoo: Globale Expansion gescheitert

ga/HB

Es war eine außerordentlich ehrgeizige Strategie, die die Daewoo Motor Co. bis zum Zusammenbruch der gesamten Daewoo-Gruppe Ende 1997 verfolgte. Die Pläne sahen bis zum Jahr 2002 eine Verdoppelung der Autoproduktion auf über 2,7 Millionen Fahrzeuge (davon 2,4 Millionen Pkw) vor. Es war das erklärte Ziel von Firmengründer Kim Woo-Choong, bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts zu den zehn weltweit führenden Autoherstellern zu gehören. Jetzt stehen in der Bilanz einer Aktiva von gut elf Milliarden Dollar Schulden in Höhe von über 16 Milliarden Dollar gegenüber. Die Daewoo Motor Co. war am 7. Juni 1972 als Joint Venture mit General Motors gegründet worden. Nach 20 Jahren wurde diese Zusammenarbeit dann wegen der damit verbundenen Einschränkungen für das Exportgeschäft beendet. Parallel wurde in einer gezielten Nischenstrategie der Aufbau von Produktionsstätten in künftigen asiatischen und europäischen Wachstumsmärkten forciert. Vor allem der russische, mittel- und osteuropäische sowie der nordafrikanische Markt und Länder wie Indien, Pakistan, Iran, Vietnam und Indonesien wurden dabei ins Visier genommen. Von der angestrebten Produktion von 2,7 Millionen Fahrzeugen sollten 1,6 Millionen außerhalb Koreas gefertigt werden. Die Europa-Produktion an den Standorten in Polen, Rumänien und der Tschechischen Republik sollte auf knapp 900 000 Fahrzeuge (davon 700 000 Pkw) nahezu verdoppelt werden. Außerhalb Südkoreas verfügt Daewoo in Asien über mehrere Produktions- und Montagestützpunkte, unter anderem auf den Philippinen, in Vietnam, Indien, Indonesien, Iran und Usbekistan.

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