Wirtschaft : Daimler-Chrysler: Der Automobilkonzern will Daewoo nicht kaufen

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Der Vorstandsvorsitzende von Daimler-Chrysler, Jürgen Schrempp, hat trotz eines gemeinsamen Gebots seines Konzerns mit Hyundai für den zum Verkauf stehenden koreanischen Hersteller Daewoo Motor eine Übernahme des Unternehmens ausgeschlossen. "Ich habe schon früher gesagt, dass eine Übernahme von Daewoo für uns nicht in Frage kommt", sagte Schrempp der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das Interesse von Daimler-Chrysler in Korea gelte ausschließlich dem dort führenden Hersteller Hyundai Motor, mit dem das Stuttgarter Unternehmen am Montag eine Allianz eingegangen ist.

"Mit Hyundai haben wir die ausgezeichnete Position in Korea, die wir angestrebt haben", sagte Schrempp weiter. Daewoo dagegen sei ein sehr schwieriger Fall. Gemeinsam mit Hyundai werde Daimler-Chrysler an dem Bieterverfahren nur teilnehmen, um eventuell einzelne attraktive Teile des Unternehmens zu identifizieren. Mit Hyundai und Mitsubishi habe Daimler-Chrysler in Asien nun zwei Partner, die in ihren Heimatmärkten und im Ausland stark seien. Die dadurch erreichte ausgezeichnete Position von Daimler-Chrysler auf den Weltmärkten sowie die eigene gute Ertragssituation werde sich künftig auch in dem zuletzt deutlich gesunkenen Kurs der Daimler-Chrysler-Aktie niederschlagen. Die Daimler-Chrysler-Aktie hat seit dem Frühjahr 1999 mehr als ein Drittel an Wert verloren.

Mitsubishi Motors Corp. hat unterdessen angekündigt, auf die Kooperation von Daimler-Chrysler und Hyundai zu reagieren und stellt sich auf eine Konfrontation im Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge mit Daimler-Chrysler ein. Der Präsident der Mitsubishi Motors Corp., Katsuhiko Kawasoe, erklärte hierzu vor der Presse in Tokio, man spreche mit dem Partner im Nutzfahrzeuggeschäft AB Volvo über die künftige Geschäftsstrategie in Südostasien: "Wir werden mit Volvo Fahrzeuge entwickeln, die in dem sich abzeichnenden Wettbewerb hinsichtlich des Produktes und des Kundendienstes konkurrenzfähig sein werden." Kawasoe erklärte, er sei von Daimler-Chrysler vorab nicht über die geplante Zusammenarbeit mit Hyundai im Nutzfahrzeuggeschäft informiert worden. Dies stelle jedoch keine Beeinträchtigung der Vertrauensbasis dar, sondern entspreche der mit Daimler-Chrysler getroffenen Vereinbarung, wonach die beiden Partner Volvo (Nutzfahrzeuge) und Daimer-Chrysler (Pkw) nicht in den jeweils anderen Unternehmensbereich intervenieren.

Kawasoe machte deutlich, dass möglichst zügig die für das nächste Jahre geplante Abtrennung des Nutzfahrzeugbereichs vollzogen werden sollte, um diesem Geschäftsbereich den erforderlichen Freiraum zu beschaffen. Der Mitsubishi-Präsident bekräftigte in diesem Zusammenhang, dass der japanische Autokonzern auch seine Lieferung von Lkw-Komponenten an Hyundai Motor fortsetzen werde. "Rein zufällig ist der Abnehmer nun Daimer-Chrysler/Hyundai. "Volvo werde künftig lediglich eine Kapitalbeteiligung von 19,9 Prozent an der geplanten Mitsubishi Bus & Truck-Gesellschaft halten, die Kapitalmehrheit liege demgegenüber bei Mitsubishi Motors, betonte Kawasoe. Er räumte ein, dass es Interessenkonflikte zwischen den externen Partnern bei dem Einsatz finanzieller Ressourcen für Investitionsprojekte geben könnte.

Zu dem geplanten World-Car-Projekt (Z-Car), erklärte Kawasoe, nach dem Beitritt des Hyundai-Kia-Konzerns in das von Daimer-Chrylser und Mitsubishi geplante Vorhaben zur Entwicklung eines Kleinwagens, der bis zum Jahr 2004 marktreif sein soll, rechne er mit einer Aufstockung des geplanten weltweiten Produktionsvolumens von ursprünglich 500 000 auf bis zu 800 000 Fahrzeuge.

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