Wirtschaft : Daimler-Chrysler: Hohe Verluste belasten den Konzern

Die Daimler-Chrysler AG hat im ersten Quartal 2001 wie erwartet hohe Verluste ausgewiesen, die aber etwas geringer ausfielen als befürchtet. In den ersten drei Monaten habe der operative Verlust 3,75 Milliarden Euro betragen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Bereinigt um Einmalkosten von mehr als drei Milliarden Euro für die Sanierung von Chrysler und des japanischen Partners Mitsubishi habe der operative Verlust 0,61 Milliarden Euro betragen, nachdem der Konzern im Vorjahr noch einen Betriebsgewinn von 2,452 Milliarden Euro ausgewiesen hatte. Damit fiel der Verlust etwas geringer aus als von Analysten mit durchschnittlich rund 0,87 Milliarden Euro erwartet. Die Daimler-Chrysler-Aktie drehte kurzzeitig ins Plus, gab anschließend aber wieder stärker als der Markt nach.

Der Umsatz sei bis Ende März um 13 Prozent auf 35,5 Milliarden Euro gesunken, teilte der Konzern mit. Bereinigt um die Umsätze aus den Luft- und Raumfahrtaktivitäten und des IT-Dienstleisters Debis Systemhaus, die in Allianzen eingebracht worden waren, habe der Rückgang neun Prozent betragen. Nach Steuern verbuchte Daimler-Chrysler einschließlich der Einmalkosten einen Verlust von 2,357 Milliarden Euro, nachdem das Unternehmen im Vorjahr einen Gewinn von 1,705 Milliarden Euro erwirtschaftet hatte. Die Zahl der Mitarbeiter sank vergleichbar gerechnet um zwei Prozent auf 410 451 Menschen. Für die Sanierung von Chrysler und Mitsubishi hatte Daimler-Chrysler einen Abbau von zusammen gut 35 000 Stellen angekündigt. Der bereinigte operative Verlust und auch das Nettoergebnis fielen besser aus als von Analysten erwartet, die im Schnitt von einem Minus von etwa 870 Millionen Euro ausgegangen waren. Daimler-Chrysler selbst hatte für das erste Quartal einen Betriebsverlust von 0,8 bis eine Milliarde Euro angekündigt.

Umsatzeinbrüche verzeichnete der Konzern vor allem bei der US-Tochter Chrysler mit Minus 28 Prozent sowie in der Nutzfahrzeug-Sparte, wo der Umsatz im ersten Quartal um zwölf Prozent sank. Umsatzzuwächse im Nutzfahrzeug-Geschäft in Westeuropa hätten den 31-prozentigen Einbruch im US-Geschäft nicht ausgleichen können. Dagegen steigerte der Konzern den Umsatz der Pkw-Sparte der Marken Mercedes und Smart um 13 Prozent auf 11,17 Milliarden Euro, der operative Gewinn wuchs genauso stark auf 670 Millionen Euro. Mercedes habe ein Absatzplus von zehn Prozent erzielt und damit im achten Jahr in Folge einen neuen Absatzrekord aufgestellt, teilte Daimler-Chrysler mit.

Der Konzern bekräftigte die Prognose, wonach der bereinigte operative Gewinn im gesamten Jahr 2001 zwischen 1,2 und 1,7 (Vorjahr 5,2) Milliarden Euro betragen solle. Die Sanierungsprogramme bei Chrysler und Mitsubishi liefen planmäßig, hieß es.

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