Wirtschaft : Daimler-Chrysler: Hyundai-Entscheidung wird begrüßt

Das deutsch-amerikanische Gemeinschaftsunternehmen Daimler-Chrysler hat die Entscheidung des südkoreanischen Hyundai-Konzerns begrüßt, seine Autosparte abzuspalten. Der Schritt sei "keine Überraschung", sondern die "konsequente Umsetzung" der Pläne für die Umstrukturierung von Hyundai, sagte ein Sprecher der Stuttgarter Daimler-Chrysler AG am Montag. Sowohl Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp als auch die koreanische Regierung unterstützten diese Pläne mit Nachdruck.

Damit seien in Zukunft Quersubventionen von der profitablen Autosparte Hyundai Motor an andere Unternehmensbereiche des verschuldeten Mischkonzerns ausgeschlossen. Der Daimler-Chrysler-Konzern will sich an Hyundai Motor mit zehn Prozent beteiligen und würde damit nach eigenen Angaben größter Einzelaktionär der eigenständigen Autosparte. Zum Termin der Vertragsunterzeichnung über die geplante Beteiligung wollte der Sprecher keine Angaben machen.

Die deutsche Vertriebsorganisation von Hyundai Motor reagierte ebenfalls zufrieden auf die Entscheidung vom Sonntag. "Wir sehen das sehr positiv, jetzt kann das Unternehmen seine Ressourcen direkt in die Forschung und Entwicklung zurückführen", sagte ein Sprecher der Hyundai Motor Deutschland GmbH in Neckarsulm. Der deutsche Importeur hatte die Zahl der Hyundai-Erstzulassungen im ersten Halbjahr 2000 um zehn Prozent auf 12 173 Fahrzeuge gesteigert.

Hyundai Motor soll sich nach Angaben des deutschen Sprechers aus den Marken Hyundai und KIA sowie Dienstleistungen für Vertrieb, Finanzierung und Service zusammensetzen. Auch der Bereich Luftfahrt und zwei Internet-Firmen sollen dem Unternehmen zugeordnet werden.

An Hyundai Motor werden zukünftig neben Daimler-Chrysler auch der japanische Autobauer Mitsubishi, die Korea Exchange Bank und der Hyundai-Gründer Chung Ju Yung beteiligt sein.

Der 84-Jährige Gründer von Hyundai, Chung Ju Yung, hat sich einverstanden erklärt, seine Beteiligung am Automobilkonzern von 9,1 Prozent auf 3 Prozent abzubauen und die Erlöse zur Nachfinanzierung von Hyundai Engineering einzusetzen. Damit macht er den Weg für die Umstrukturierung des Unternehmens frei.

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