Wirtschaft : Daimler-Chrysler: "Manchmal ist es von Vorteil, ein Ausländer zu sein"

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Herr Eckrodt, Sie werden im Juni CEO und Präsident bei Mitsubishi Motors. Hat sich die Doppelbesetzung der Führungsspitze mit deutschen und japanischen Managern nicht bewährt?

Im Gegenteil, wir haben im ersten Jahr gemeinsam Veränderungen durchgesetzt und grosse Fortschritte bei unserem Turnaround erzielt. Der jetzige Schritt bietet allerdings die Möglichkeit für eine noch eindeutigere Orientierung für unsere Beschäftigten wie auch für unsere Shareholder und Geschäftspartner.

Ist es wegen der Kulturunterschiede zu Europa kein großes Wagnis, einen Ausländer an die Spitze eines japanischen Unternehmens zu setzten?

Das denke ich nicht. Selbstverständlich beachten wir die kulturellen Besonderheiten in Japan. Erfolg in einer Industrie wie der Automobilbranche ist aber international. In manchen Bereichen, gerade bei der Durchsetzung größerer Veränderungen ist es sogar manchmal ein Vorteil, Ausländer zu sein.

Bedeutet Ihre Ernennung, dass Mitsubishi jetzt noch näher an Daimler-Chrysler angebunden wird als bislang?

Mitsubishi Motors bleibt weiter ein unabhängiges Unternehmen, das stark und aktiv als Partner in der Allianz mit Daimler-Chrysler verbunden ist. Viel wichtiger als meine Ernennung sind die Fortschritte, die wir täglich in der Arbeit miteinander machen.

Daimler-Chrysler hält 37 Prozent und will nach eigenen Angaben jetzt noch keine weiteren Anteile an Mitsubishi erwerben. Ist das für einen späteren Zeitpunkt geplant?

Im Moment zählt nur der Turnaround-Erfolg. Überlegungen über eine Anteilserhöhung stehen derzeit nicht an.

Sie sind seit gut einem Jahr in Japan. Ist die Sanierung von Mitsubishi gelungen?

Wir sind sehr zuversichtlich, in diesem Geschäftsjahr, das in diesem Monat endet, den Breakeven, also eine schwarze Null zu erreichen. Dies ist ein Riesenerfolg. Wir wollen aber Mitsubishi Motors auch langfristig zu einem gesunden und attraktiven Unternehmen mit vielen neuen Modellen machen. Wir sind auf dem richtigen Weg, haben aber bis jetzt nur ein Zwischenziel erreicht.

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