Daimler-Chrysler : Mercedes überrascht mit kräftigem Gewinnsprung

Ohne Chrysler steht der Stuttgarter Konzern Daimler-Chrysler gut da: Die Kernmarke Mercedes konnte ihren Gewinn um 74 Prozent steigern. Das Unternehmen veröffentlichte wegen des anstehenden Verkaufs der US-Tochter Chrysler bisher nur vorläufige Zahlen.

StuttgartDie Mercedes Car Group hat im zweiten Quartal 2007 einen unerwartet kräftigen Gewinnsprung gemacht. Die Kernmarke des Stuttgarter Autokonzerns Daimler-Chrysler steigerte den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) nach vorläufigen Zahlen um 74 Prozent auf 1,204 Milliarden Euro, wie der Konzern berichtete. Angesichts der guten Entwicklung der Kernmarke Mercedes-Benz rechnet die Mercedes-Gruppe jetzt für 2007 mit einer Umsatzrendite von "deutlich" über sieben Prozent. Bis spätestens zum Jahr 2010 solle sogar eine Umsatzrendite von zehn Prozent geschafft werden. Die Börse reagierte mit einem zeitweisen Plus von 3,6 Prozent auf die guten Zahlen.

Der Umsatz der Mercedes Car Group stagnierte im zweiten Quartal bei 12,5 Milliarden Euro, legte im ersten Halbjahr aber um ein Prozent auf 24,6 Milliarden Euro zu. Zwar sanken die Autoverkäufe der Gruppe (Mercedes-Benz, smart, Maybach) per 30. Juni wegen der Einstellung des Modells smart forfour leicht um drei Prozent auf 591.200, die Hauptmarke Mercedes konnte die Verkäufe aber von 565.300 auf 575.700 Fahrzeuge verbessern. Der neue smart fortwo wurde im 2. Quartal um 44 Prozent besser verkauft als das Vorgängermodell im Vergleichszeitraum. Im gesamten Jahr 2007 will die Mercedes Car Group "mindestens" den Rekordabsatz des Vorjahres (1,25 Mio) erreichen.

Positive Entwicklung bei Nutzfahrzeugsparte

Nicht nur die Mercedes-Pkw-Zahlen, auch die Ergebnisse der Nutzfahrzeugsparte (Truck Group) entwickelten sich besser als von vielen Analysten erwartet. Trotz deutlicher Umsatzrückgänge von 19 Prozent vor allem in Nordamerika und Japan konnte die Truck Group ihr Ergebnis vor Zinsen und Steuern leicht um drei Prozent auf 601 Millionen Euro steigern. Dies habe unter anderem am andauernd starken Geschäft in Europa und Lateinamerika und an den Maßnahmen zum Ausgleich zyklischer Schwankungen gelegen. Der Fahrzeugabsatz sank im Halbjahr um sechs Prozent auf 231.300. In den USA waren die Lastwagenverkäufe um fast 50 Prozent eingebrochen, weil eine neue Abgasregelung 2006 zu vorgezogenen Käufen geführt hatte.

Der Bereich Van, Bus, Other, der auch die Beteiligung am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS umfasst, schloss erwartungsgemäß deutlich schwächer ab. Grund waren im Vergleichsquartal 2006 angefallene Bewertungserträge in Höhe von 814 Millionen Euro aus einer Derivate-Transaktion in Bezug auf EADS-Anteile. Das Ebit sank von 1,1 Milliarden Euro auf 257 Millionen Euro.

Daimler-Chrysler veröffentlichte wegen des angekündigten Verkaufs der schwächelnden US-Tochter Chrysler nur vorläufige Zahlen, in die die Ergebnisse von Chrysler sowie der Finanzsparte nicht eingeflossen waren. Die endgültigen Konzernzahlen sollen am 29. August veröffentlicht werden. (mit dpa)

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