Wirtschaft : Daimler-Chrysler mit neuem Lkw-Partner in Südkorea Joint Venture mit Hyundai kurz vor dem Start

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(hz/bas/HB/Tsp). Der Autokonzern DaimlerChrysler schließt eine Lücke in seiner Asienstrategie. Nach der Beteiligung an der Mitsubishi-Lkw-Tochter Fuso und einer Lastwagen-Kooperation in China steht jetzt auch das geplante Gemeinschaftsunternehmen für Nutzfahrzeuge mit dem koreanischen Hersteller Hyundai vor dem Start. Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Ursprünglich sollte das Gemeinschaftsunternehmen schon in der ersten Jahreshälfte die Arbeit aufnehmen. Langwierige Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern in Korea warfen den Zeitplan aber über den Haufen. Da Daimler-Chrysler den Koreanern inzwischen eine Arbeitsplatzgarantie gegeben habe, sei die entscheidende Hürde überwunden. Deshalb kann Eckhard Cordes, Daimler-Chrysler- Vorstand für Nutzfahrzeuge, jetzt endlich der Stuttgarter Zentrale Vollzug melden.

Das geplante neue Unternehmen mit dem Namen Daimler Hyundai Truck Corporation (DHTC) wird wahrscheinlich bereits im Oktober gegründet, hieß es. Die ersten deutschen Manager warten bereits in Korea auf den Startschuss. Daimler-Chrysler wird die operative Führung des Joint Ventures übernehmen und stellt vier von acht Vorständen, darunter den Chef und den Finanzvorstand.

Hyundai beschäftigt in der Nutzfahrzeug-Sparte knapp 5000 Mitarbeiter und setzt jährlich umgerechnet rund 1,2 Mrd. Euro um. Seit 2001 produzieren Daimler-Chrysler und Hyundai schon gemeinsam Motoren. Synergien aus dem Lkw-Engagement werde Daimler indes nicht vor 2006 verwirklichen, sagte Robert Heberger, Auto-Analyst von Merck Finck&Co.

Daimler-Chrysler ist mit 10,5 Prozent an dem größten koreanischen Autohersteller beteiligt und prüft, seinen Anteil weiter aufzustocken. „Hyundai werden wir uns demnächst anschauen“, sagte ein hochrangiger Konzernmanager. Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp hat seit Anfang September die Option, die Beteiligung an den Koreanern auf rund 15 Prozent zu erhöhen. Die Konzernstrategie von Daimler-Chrysler sieht vor, dass das Geschäft in Asien massiv wächst und dort künftig ein Umsatzanteil von 25 Prozent erreicht wird.

Am Mittwoch war, wie berichtet, bekannt geworden, dass Daimler-Chrysler am Standort Sindelfingen rund 1000 befristete Stellen abbaut, da die Kapazitäten nicht ausgelastet sind. An dem Hauptstandort von Mercedes-Benz, wo die S-, E- und C-Klasse gebaut werden, arbeiten rund 43000 Personen.

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