Wirtschaft : Daimler-Chrysler: Schrempp muss Gewinn-Einbruch zugeben

Der Autokonzern Daimler-Chrysler muss wegen der massiven Probleme von Chrysler in den USA in diesem Jahr eine Halbierung seines Gewinns hinnehmen. Das Jahr 2001 werde auf Grund der sich weiter abschwächenden Nachfrage vor allem in den USA noch schwieriger als das laufende Jahr werden, schrieb Konzernchef Jürgen Schrempp in einem am Montag in Stuttgart veröffentlichten Brief an die Aktionäre des Konzerns.

Der Konzern erwartet für dieses Jahr ein operatives Ergebnis einschließlich der Einmaleffekte zwischen 9,5 und zehn Milliarden Euro. Die Einmaleffekte wurden mit voraussichtlich 4,5 Milliarden Euro angegeben. 1999 hatte der Konzern ein um Einmaleffekte bereinigtes operatives Ergebnis von 10,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Bei Chrysler wird nur noch mit einen operativen Ergebnis von 500 Millionen Euro gerechnet nach 5,2 Milliarden Euro 1999. Ein Sprecher sagte ergänzend, im vierten Quartal habe Chrysler einen Verlust von 2,7 Milliarden Mark gemacht. Für die PkW-Sparten Mercedes-Benz und Smart und für den Nutzfahrzeugsektor werden dagegen steigende Ergebnisse im Jahr 2000 erwartet.

"Wir müssen davon ausgehen, dass sich 2001 der harte Wettbewerb in den USA weiter verschärft und sich dies auch in unserer Ergebnisentwicklung niederschlagen wird", hieß es in dem Schreiben von Vorstandschef Jürgen Schrempp. Sollte sich die Nachfrage auf den Automobilmärkten abschwächen, wovon insbesondere in den USA ausgegangen werden müsse, "wird das Jahr 2001 insgesamt noch schwieriger als das laufende Jahr werden". Das Unternehmen sei aber sicher, dass die schwierige Übergangsphase auf Grund der starken finanziellen Position überwunden werden könne.

Im kommenden Jahr dürfte das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis von Daimler-Chrysler unter dem von 2000 liegen, sagte Erik Burgold von den BHF-Bank. Gerold Granzeuer von dem Bankhaus Hauck und Aufhäuser meinte, schon in diesem Jahr habe sich das Ergebnis ohne außerordentliche Faktoren im Vergleich zu 1999 nahezu halbiert. Granzeuer rechnete nicht damit, dass Chrylser im kommenden Jahr in die Gewinnzone zurückkehrt. Die Lagerbestände schienen bis Jahresende noch nicht so stark abgebaut worden sein wie erhofft. Daher dürfte das erste Quartal 2001 bei Chrysler schlechter ausfallen als angenommen.

In dem Aktionärsbrief wurden zwei Gründe für die schlechte Lage bei Chrysler genannt. Zu einem habe sich der Wettbewerbsdruck auf dem ameikanischen Markt erheblich verstärkt. Dies zeigten nicht zuletzt die Rabatte, die um mehr als ein Drittel gegenüber dem Vorjahr gestiegen seien und sich im Vergleich zu 1997 nahezu verdreifacht hätten. Ferner habe Chrysler mehrere neue Modelle eingeführt, wie den Minivan. So wichtig neue Produkte für die Wettbewerbsfähigkeit und Marktposition seien, es entstünden dadurch zunächst einmal hohe Kosten.

Wegen der Probleme bei Chrysler hatte der Konzern die Führungsspitze ausgetauscht und den Deutschen Dieter Zetsche berufen. Auch bei dem japanischen Partner Mitsubishi Motors würden im nächsten Jahr Restrukturierungsmaßnahmen notwendig werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben