Wirtschaft : Daimler-Chrysler verdient mehr als erwartet

Konzern profitiert von neuen Mercedes- und Chrysler-Modellen/Nutzfahrzeuge liefern den größten Gewinnbeitrag

Alfons Frese

Berlin - Mit neuen Modellen von Mercedes und Chrysler hat Daimler-Chrysler sein Ergebnis unerwartet deutlich verbessert. Der Konzern teilte am Dienstagabend mit, der operative Gewinn sei im dritten Quartal auf 1,84 Milliarden Euro gestiegen; im Vorjahreszeitraum hatte er 1,33 Milliarden Euro betragen.

Ursprünglich wollte Daimler-Chrysler die neuen Zahlen erst an diesem Mittwoch veröffentlichen. Doch „weil der Operating Profit deutlich über den Kapitalmarkterwartungen liegt“, wie es in einer Mitteilung hieß, wurde die Bekanntgabe vorgezogen. Die Aktie stieg am Abend an der New Yorker Börse um 0,2 Prozent.

Nach nunmehr drei Quartalen geht der Konzern davon aus, für das Gesamtjahr ein operatives Ergebnis in Höhe des Vorjahresniveaus zu erreichen (5,8 Milliarden Euro). Allerdings sind dabei nicht die Milliardenbelastungen berücksichtigt, die für die Sanierung von Smart und den Stellenabbau bei Mercedes benötigt werden. Wegen Überkapazitäten hatte Daimler-Chrysler-Vorstandschef Dieter Zetsche vor kurzem den Abbau von 8500 Arbeitsplätzen in den deutschen Werken angekündigt. Der Stellenabbau soll über Aufhebungsverträge und Abfindungszahlungen auf freiwilliger Basis erreicht werden. „Von den erwarteten Belastungen in Höhe von rund 950 Millionen Euro wird der größere Anteil voraussichtlich bereits im vierten Quartal verbucht werden“, heißt es in der Mitteilung . Ein Großteil der Abfindungskosten soll durch den Verkauf des Motorenherstellers MTU Friedrichshafen finanziert werden. Der Autokonzern will MTU noch in diesem Jahr verkaufen und hofft auf einen Erlös von bis zu 1,7 Milliarden Euro.

Die Mercedes Car Group, zu der neben Mercedes auch Smart und Maybach gehören, setzte im zurückliegenden Quartal mit 311000 Fahrzeugen sechs Prozent mehr ab als im Vorjahresquartal. Der operative Gewinn stieg sogar auf 436 Millionen Euro (Vorjahr: 304 Millionen Euro). Während der Smart-Absatz zuletzt deutlich fiel, stieg der Absatz von Mercedes um zehn Prozent, was mit den neuen Modellen der A-Klasse sowie der B- und M–Klasse erklärt wird. Auch die E-Klasse, die in den vergangenen Jahren unter Qualitätsproblemen litt, wurde stärker nachgefragt als vor einem Jahr (plus drei Prozent). Vom Kleinwagen Smart setzte der Konzern im Berichtsquartal nur noch 28800 Autos ab, das waren fast 7000 weniger als vor einem Jahr.

Mit plus 13 Prozent auf 736000 verkaufte Autos schnitt Chrysler von den Konzernmarken am besten ab. Als Erklärung führt der Konzern den Erfolg der neuen Produkte sowie Rabattprogramme für Mitarbeiter an. Trotz der teuren Verkaufsförderung in den USA erhöhte sich der Chrysler-Gewinn auf 310 Millionen (Vorjahr: 217) Euro. Den größten Anteil am Konzerngewinn hatte aber das Geschäftsfeld Nutzfahrzeuge mit knapp 500 Millionen Euro. Das war gut dreimal so viel als vor einem Jahr, als es allerdings Sonderbelastungen für die japanische Lkw-Tochter Fuso gab. Etwas schlechter verdiente der Bereich Finanzdienstleistungen (408 nach 412 Millionen Euro). Unterm Strich blieb im dritten Quartal im Konzern insgesamt ein Gewinn von 755 Millionen Euro übrig, vor einem Jahr waren es 951 Millionen Euro gewesen. Den Rückgang um rund 200 Millionen Euro erklärt das Unternehmen mit höheren Steuern und eben dem geringeren Finanzergebnis.

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