Wirtschaft : Daimler-Chrysler: Verkauf von Adtranz verzögert sich

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Der durch die Turbulenzen beim US-Autohersteller Chrysler angeschlagene Daimler-Chrysler-Konzern hat ein weiteres Problem. Der Verkauf des Tochterunternehmens Adtranz an den kanadischen Bombardier-Konzern wird sich verzögern. "Die EU-Wettbewerbskommission wird voraussichtlich eine zweite Prüfungsphase einleiten", sagte Daimler-ChryslerSprecher Michael Pfister. Durch die zweite viermonatige Prüfung geht für Adtranz und den neuen Eigentümer wertvolle Zeit für die Restrukturierung verloren. Denn vor der Genehmigung darf Bombardier keine strategischen Entscheidungen bei Adtranz fällen. Das zieht den Deal in die Länge und macht ihn für Bombardier nicht attraktiver. Die Übernahme stehe aber nicht auf der Kippe, sagte Pfister. Den Vorwurf einer marktbeherrschenden Stellung wollten die Kanadier durch den Abbau von Kapazitäten - vor allem bei Zügen und Waggons - entkräften. Bombardier ist es offensichtlich nicht gelungen, die Bedenken der Kommission vollständig auszuräumen. Offiziell gibt es noch keine Entscheidung aus Brüssel. Eine Sprecherin von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti verwies auf den kommenden Mittwoch. Auch der Daimler-Chrysler-Sprecher wollte sich vorher nicht zu inhaltlichen Fragen äußern. Sollte es zu der intensiveren Prüfungsphase kommen, drohen nach der Erfahrung aus anderen Wettbewerbsverfahren massivere Auflagen für die Übernahme. Dies könnte auch Einfluss auf den Kaufpreis haben.

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