Wirtschaft : Daimler macht Aktionären die Fusion schmackhaft

STUTTGART (rtr).Mit der Aussicht auf höhere Dividenden und Erträge hat die Daimler-Benz AG bei ihren Aktionären für die geplante Fusion mit dem US-Konzern Chrysler geworben.Die Daimler-Eigner könnten nach der Fusion mit höheren Ausschüttungen rechnen, heißt es in dem am Sonnabend in Stuttgart vorgelegten Verschmelzungsbericht.Daimler-Chef Jürgen E.Schrempp und Chrysler-Chef Robert J.Eaton sprachen von einem historischen Schritt, der den Aktionären hervorragende Perspektiven biete.

In dem Verschmelzungsbericht heißt es, die Chrysler-Aktionäre hätten in der Vergangenheit deutlich höhere Dividenden erhalten als bei Daimler-Benz und in Deutschland üblich.Da die bisherigen Chrysler-Eigner durch die Fusion nicht schlechtergestellt werden wollten, könnten auch die bisherigen Daimler-Aktionäre künftig mit deutlich höheren Ausschüttungen durch die neue DaimlerChrysler AG rechnen.Für 1997 hatte Daimler eine Dividende von 1,60 DM je Fünf-Mark-Aktie gezahlt, 0,50 DM mehr als im Vorjahr.Chrysler hat für das erste Halbjahr 1998 Dividenden in Höhe von 0,80 Dollar je Ein-Dollar-Aktie ausgeschüttet.

In dem Bericht hieß es weiter, Daimler-Chrysler werde zu den ertragsstärksten Unternehmen weltweit zählen.Zugleich erläuterte Daimler nochmals die Prognosen der beiden Unternehmen in ihrer jetzigen Struktur für die nächsten Jahre.Würde man diese Prognosen einfach addieren, ergäbe sich bereits ohne die Auswirkungen der Fusion für das Jahr 2000 ein Industriegigant mit fast 290 Mrd.DM Umsatz, der einen Gewinn vor Steuern und Finanzergebnis von 20,6 Mrd.DM erwirtschaften würde.

Durch die Fusion sollen sich aber noch zusätzliche Chancen für mehr Umsatz und Gewinn in Milliardenhöhe ergeben, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht.Demnach kalkulieren die beiden Konzerne für das Jahr 1999 mit möglichen Synergieeffekten von 2,52 Mrd.DM.Ab dem Jahr 2001 sollen die Sparpotentiale im Vergleich zur jetzigen Struktur bei 6,39 Mrd.DM liegen.Darin sind auch Synergieeffekte durch den angestrebten höheren Absatz in Höhe von 1,35 Mrd.DM enthalten.Bisher hatte Daimler von Sparpotentialen von etwa 5,4 Mrd.DM binnen drei bis fünf Jahren im Vergleich zur jetzigen Struktur gesprochen.Die nun genannte höhere Zahl entsteht nach Daimler-Angaben durch den geplanten höheren Absatz.Die größten Einsparungen will der neue Großkonzern, der gemessen am Umsatz der drittgrößte Autohersteller der Welt sein wird, beim Einkauf erzielen.Hier wurden die Einsparmöglichkeiten für 1999 auf 900 Mill.DM und für die Zeit ab 2001 auf 2,7 Mrd.DM Mark beziffert.

Schrempp und Eaton erklärten in einem Vorwort zu dem Bericht, mit der Daimler-Chrysler AG solle das flexibelste, agilste und innovativste Unternehmen der Automobilbranche entstehen.Die geplante Fusion von Chrysler und Daimler sei ein "historischer Schritt, der Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären, hervorragende Perspektiven bietet".Die Anteilseigner beider Konzerne sollen die größte Fusion der Industriegeschichte am 18.September auf einer außerordentlichen Hauptversammlungen besiegeln.Die Fusion soll bis Ende 1998 abgeschlossen sein.Daimler bezifferte die Kosten für das gesamte Vorhaben auf 550 Mill.DM.Zudem würden vermutlich 160 Mill.DM Grunderwerbssteuer fällig.

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