Wirtschaft : Daimler ohne EADS

Anteile für 2,2 Milliarden Euro verkauft Erlös soll in neue Modelle fließen.

Stuttgart/München - Daimler bleibt künftig lieber auf dem Boden. Überraschend schnell trennt sich der Autohersteller von seinem Restanteil am Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS. Damit zog Daimler einen Schlussstrich unter sein Engagement in der Luftfahrt, das ihm oft Diskussionen mit Aktionären und immer wieder hohe Verluste einbrachte. Die 2,2 Milliarden Euro Erlös aus dem Verkauf wollen die Stuttgarter lieber auf die Straße bringen, wo mit neuen Mercedes- Modellen der Rückstand auf die davongefahrenen Wettbewerber BMW und Audi bis 2020 aufgeholt werden soll. „Wir werden den Erlös der Veräußerung in das globale Wachstum unserer Geschäftsfelder und den Ausbau unserer technologischen Spitzenposition investieren“, sagte Finanzvorstand Bodo Uebber.

Konzernchef Dieter Zetsche will bis zum Jahr 2014 die Kosten um vier Milliarden Euro drücken, um weiterhin Milliardenbeträge in die Entwicklung neuer Modelle und verbrauchsärmerer Antriebe stecken zu können. Die Milliarden aus dem EADS-Verkauf kommen ihm daher sehr gelegen. Sie sichern auch die Dividendenfähigkeit des Konzerns. „Die Transaktion sollte die attraktive Dividendenrendite untermauern“, sagte Analyst Michael Punzet von der DZ Bank. Für 2012 hat Daimler 2,20 Euro je Aktie ausgeschüttet.

Daimler war im Jahr 2000 eines der Gründungsunternehmen des europäischen Konzerns EADS, dessen Herzstück der Flugzeugbauer Airbus ist. Die Wurzeln des Daimler-Engagements in der Luftfahrt reichen aber bis in die 80er Jahre zurück. Nun verkaufen die Stuttgarter ihren restlichen Anteil an EADS von 7,5 Prozent. Die rund 61 Millionen Aktien seien zu je 37 Euro an internationale Anleger gegangen. Die Nachfrage sei „stark“ gewesen. Aus dem Verkauf von 7,5 Prozent des EADS-Kapitals im vergangenen Jahr hatte Daimler einen Buchgewinn von gut 700 Millionen Euro erzielt.

Der Autobauer legt am 24. April seine Geschäftszahlen für das erste Quartal vor, drei Monate später zum Bericht über das zweite Quartal will sich Daimler zur Bewertung der aktuellen EADS-Transaktion äußern. Der Kurs der Daimler-Aktie sank in Folge der Mitteilung am Mittwoch in der Spitze um 1,9 Prozent. rtr

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