Wirtschaft : Daimler steht vor Sprung nach Russland Konzern prüft Aufbau einer Fertigungsstätte

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Stuttgart Im Kampf um den wachsenden Automarkt im Osten fasst der Daimler-Chrysler-Konzern den Aufbau einer eigenen Produktionsstätte in Russland ins Auge. Das deutsch-amerikanische Unternehmen prüfe derzeit verschiedene Standorte in Russland, darunter auch St. Petersburg, erfuhr das „Handelsblatt“ aus Unternehmenskreisen.

Erste Grundstücke bei St. Petersburg würden derzeit bereits gekauft, verlautete aus Kreisen der russischen Regierung am Rande der deutsch-russischen Investorentagung in Stuttgart. Demnach erwägt Daimler-Chrysler dort den Zusammenbau von Autos. Eine Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefallen.

Der Autokonzern erwartet für das laufende Jahr einen Umsatz zwischen 350 Millionen und 400 Millionen Euro in Russland. Daimler-Chrysler folgt damit der Konkurrenz. Immer stärker drängen ausländische Autohersteller nach Russland und in die Ukraine. Besonders Russland gilt mit einer Bevölkerung von 144 Millionen als einer der interessanten Wachstumsmärkte für die Autoindustrie. Im vergangenen Jahr wurden 20 Prozent mehr ausländische Autos in Russland verkauft als 2001.

Ford baute bereits für rund 125 Millionen Euro eine Focus-Produktion in Wsewoloschsk nahe St. Petersburg auf. In Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg, lassen zudem BMW, der koreanische Autobauer Kia sowie der US-Gigant General Motors (GM) von einem russischen Hersteller PKW montieren. Auch Renault stockte erst vor wenigen Tagen seine Beteiligung am Moskauer Autowerk Awtoframos auf. Jetzt soll das Werk vollständig übernommen werden. VW plant ebenfalls eine eigene Autofertigung für die Marke VW in Russland. Derzeit werden mehrere Standorte geprüft.

Mercedes war in Russland dagegen bislang erfolglos: Der Plan, Unimogs zu bauen, war dort ebenso gescheitert wie der Versuch einer gemeinsamen Bus-Herstellung. bz/hz/mbr/HB

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