Wirtschaft : Daimler steht zu EADS

Autokonzern will Anteile an Airbus-Mutter behalten / Weitere Nebenabsprache zum Chrysler-Verkauf

Düsseldorf - Im Streit um den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat der Autokonzern Daimler die französische Forderung zurückgewiesen, den deutsch-französischen Aktionärspakt beim Airbus-Mutterkonzern zu ändern. „Wir wollen auch in Zukunft an dieser Regelung festhalten“, sagte Daimler-Finanzchef Bodo Uebber dem Handelsblatt. Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy und EADS-Kochef Louis Gallois hatten sich zuvor für eine Änderung starkgemacht. Der Pakt sichert Daimler und dem Großaktionär Arnaud Lagardère starken Einfluss auf die EADS-Firmenpolitik.

Daimler denkt im Gegensatz zu Lagardère auch nicht über einen Abschied von EADS nach. Auch eine Reduzierung seiner Anteile könne sich Daimler nicht vorstellen. „Wir werden die 15 Prozent an EADS behalten“, betonte Uebber. Lagardère dagegen erwägt nach Aussage seines Finanzchefs Dominique D’Hinnin einen Ausstieg bei EADS binnen fünf Jahren.

Uebber räumte im Gespräch mit dem Handelsblatt erstmals eine weitere Nebenabsprache beim Chrysler-Verkauf ein. Demnach sei mit dem Käufer Cerberus vereinbart worden, dass Daimler beteiligt werde, falls sich die Restwerte der Chrysler-Fahrzeuge besser entwickeln sollten, als beide Seiten dies in der Transaktion unterstellt hätten. „Das könnte sich für Daimler auf einen positiven Beitrag von 200 bis 300 Millionen Euro belaufen“, sagte Uebber. Daimler hatte bislang als Nebenabsprache des Deals nur eine Milliardengarantie für die Chrysler-Pensionskasse für fünf Jahre genannt.

Daimler hatte Mitte Mai angekündigt, bis Herbst die Mehrheit der US-Sparte an den Finanzinvestor abzugeben. Cerberus zahlt dafür 5,5 Milliarden Euro an Daimler, wovon aber der Großteil an Chrysler zurückfließt. Schätzungen wie die des Bilanzexperten Karlheinz Küting, der Belastungen von bis zu sechs Milliarden Euro auf Daimler zukommen sieht, wies Uebber als überhöht zurück. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde sich die Belastung im angekündigten Rahmen von drei bis vier Milliarden Euro bewegen. HB

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