Wirtschaft : Daimler stellt 700 Lkw-Bauer in Wörth ein Proteste im Pkw-Bereich gegen Kürzungspläne

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Berlin Die Nutzfahrzeugsparte von Daimler-Chrysler wird in diesem Jahr in Deutschland rund 700 Personen einstellen. Einem Unternehmenssprecher zufolge sind in den ersten sechs Monaten bereits 450 Personen im Lkw-Hauptwerk im rheinland-pfälzischen Wörth eingestellt worden. Im zweiten Halbjahr soll es weitere 250 Einstellungen geben, sagte Daimler-Chrysler-Sprecher Marc Binder auf Anfrage. Die neuen Kollegen werden befristet eingestellt, so dass sie bei einem Nachfragerückgang ohne große Kosten für das Unternehmen wieder „abgestoßen“ werden können.

Unterdessen protestieren fast 20000 Beschäftigte des Pkw-Bereichs von Daimler-Chrysler gegen geplante Kürzungen. Seit einigen Wochen verhandeln Betriebsräte und Geschäftsführung über Kostenentlastungen von einigen hundert Millionen Euro, vor allem im Stammwerk Sindelfingen. Am Sonnabend werden dort nach Angaben des Betriebsrats rund 12000 Mitarbeiter nicht zur Frühschicht antreten, weil die dafür notwendige Zustimmung des Betriebsrats – es handelt sich um Überstunden – nicht erteilt wurde. Dadurch werden vermutlich 1000 Mercedes nicht gebaut. Am kommenden Donnerstag hat der Daimler- Chrysler-Gesamtbetriebsrat alle Beschäftigten zu einem Aktionstag aufgerufen.

In der Pkw- und der Lkw-Produktion beschäftigt der Konzern rund 130000 Personen in Deutschland, davon 42000 im Nutzfahrzeugbereich. Nach schwierigen Jahren mit Absatzeinbrüchen und drastischen Stellenstreichungen hat das Daimler-Chrysler-Geschäftsfeld im vergangenen Jahr die Wende geschafft und schwarze Zahlen erreicht. Wie der Verband der Autoindustrie am Freitag mitteilte, stieg der Absatz schwerer Lkws im ersten Halbjahr um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. alf

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