Wirtschaft : Daimler und Rolls-Royce pokern Tognum-Angebot stimmt Großinvestoren skeptisch

Berlin - Der deutsche Autokonzern Daimler und der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce sind mit ihrer Übernahmeofferte für den im M-Dax notierten Motorenbauer Tognum bei ersten Großinvestoren auf Skepsis gestoßen. „Sie sehen mich jetzt nicht gerade einen Luftsprung machen angesichts der Angebotshöhe“, sagte Victor Moftakhar, Chief Investment Officer Deka Investment, dem „Handelsblatt“. „Ich bin der Meinung, dass viele positive Aspekte in diesem Preis noch nicht berücksichtigt sind.“

Daimler und RollsRoyce sollten noch mal in sich gehen, ob sie den Investoren nicht mehr bieten wollten, sagt Moftakhar. Da Daimler aber bereits mit 28 Prozent an Tognum beteiligt sei, rechnet er nicht damit, dass sich noch eine Übernahmeschlacht um Tognum entwickeln werde. Die Fondsgesellschaft des Sparkassensektors zählt nach eigenen Angaben zu den größten Investoren des Friedrichshafener Unternehmens.

Neben der Deka lehnt auch der niederländische Versicherer Delta Lloyd, der rund 1,5 Prozent an Tognum hält, das Angebot als zu niedrig ab. Das Tognum-Management, das zusammen mit den Arbeitnehmern rund zehn Prozent am Unternehmen hält, kann sich mit dem Angebot ebenfalls noch nicht anfreunden. Der scheidende Vorstandschef Volker Heuer begrüßte zwar grundsätzlich die Pläne, die eine rosige Zukunft für die ehemalige MTU Friedrichshafen versprächen. Er pokert aber noch um eine Aufstockung der Offerte. Daimler und Rolls-Royce hatten am Mittwoch ein offizielles Übernahmeangebot für den Friedrichshafener Großdieselmotorenhersteller vorgelegt. Sie bieten den Tognum-Aktionären 24 Euro je Anteilsschein, wie die beiden Unternehmen mitteilten. Das gesamte Angebotsvolumen belaufe sich auf rund 3,2 Milliarden Euro. HB/rtr

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