Wirtschaft : Daimler verkauft erstmals eine Million Mercedes im Jahr, Rekord-Jahresabschluss auch bei Volkswagen

Wenige Tage vor der Eröffnung der North American International Auto Show NAIAS vom 15. bis 23. Januar ist in Detroit der Ford Focus zum "Auto des Jahres" in Nordamerika gekürt worden. Der Preis wurde von einer Fachjury am Montag in Detroit überreicht. Der Focus war im vergangenen Jahr bereits zu "Europas Auto des Jahres" gewählt worden. Bei der Verleihung für die USA und Kanada war der Sportwagen Audi TT einziges Importauto im Finale. Nominiert war auch noch der Lincoln LS. Im vergangenen Jahr wurde mit dem VW Beetle bereits ein deutsches Auto ausgezeichnet.

Der Co-Vorstandschef der DaimlerChrysler AG, Robert Eaton, sagte in Detroit, er halte Fusionen oder Übernahmen in der Autobranche in den nächsten drei bis vier Monaten für möglich. Es werde eine solche Vereinbarung innerhalb der nächsten 90 oder 120 Tage geben. Die Konsolidierung in der Branche werde weitergehen. Erst vor einem Jahr hatte Eaton ebenfalls eine Fusion innerhalb von 90 Tagen vorhergesagt. Kurze Zeit später hatte der US-Konzern Ford bekannt gegeben, den schwedischen Hersteller Volvo zu kaufen. Eaton sagte, ein bevorstehender Kauf könnte das Schicksal des angeschlagenen südkoreanischen Herstellers Daewoo Motor bestimmen, an dem die US-Konzerne Ford und General Motors interessiert sind. Auch DaimlerChrysler habe sich noch nicht endgültig gegen ein eigenes Angebot für Daewoo entschieden.

DaimlerChrysler rechnet im Jahr 2000 für ihre Pkw-Marken Mercedes-Benz und Smart trotz wichtiger Modellwechsel mit einem leichten Anstieg der Verkäufe im Vergleich zum Rekordjahr 1999. Vorstandsmitglied Jürgen Hubbert teilte am Montag in Detroit mit, auch der Umsatz der Pkw-Sparte Mercedes/Smart solle im laufenden Jahr trotz schwieriger Marktbedingungen nochmals leicht zunehmen. Nach nun vorliegenden Zahlen seien im vergangenen Jahr erstmals in der Firmengeschichte weltweit knapp über eine Million Mercedes-Pkw verkauft worden. Bislang hatte DaimlerChrysler den Mercedes-Absatz für 1999 auf rund 990 000 Pkw beziffert. Hubbert erklärte nun, damit habe einschließlich der 80 000 verkauften Kleinwagen Smart der Absatz der Sparte im vergangenen Jahr um mehr als 17 Prozent auf 1,08 Millionen Fahrzeuge zugenommen. Der Umsatz sei auf mehr als 38 (Vorjahr 32,6) Milliarden Euro gewachsen. "1999 war das Jahr, in dem wir die Erfolge unserer Produktoffensive einfahren konnten", erklärte Hubbert. In Deutschland setzte DaimlerChrysler rund 412 000 Pkw der Marken Mercedes und Smart ab, was einem Zuwachs um rund 16 Prozent entspricht.

Auch Volkswagen hat 1999 einen neuen Auslieferungsrekord erzielt. Weltweit gingen 4,86 Millionen Autos an die Kunden, das sind 280 000 Autos oder sechs Prozent mehr als im Vorjahr, teilte VW mit. VW steigerte damit seinen weltweiten Marktanteil von 11,7 auf 12,0 Prozent.

Mit der Präsentation mehrerer Fahrzeugstudien haben die drei großen US-Autohersteller bereits am Sonntag den Neuheitenreigen in Detroit eröffnet. Die US-Tochter der deutschen DaimlerChrysler AG stellte vier Studien für einen Geländewagen, ein Cabriolet, einen Pickup-Lastwagen und einen Sportwagen vor, die nach Firmenangaben auch realisierbar wären. Der US-Konzern Ford präsentierte drei Studien mit umfangreicher Computertechnik. General Motors zeigte eine Studie für einen Geländewagen der Marke Hummer, der dem durch den Golf-Krieg bekannt gewordenen Geländewagen Humvee der US-Armee ähnelt, aber äußerlich zierlicher ist.

DaimlerChrysler präsentierte eine Studie des Sportwagens Chrysler Viper mit der Bezeichnung Viper GTS/R, die aus dem Rennsport abgeleitet ist und deren Zehn-Zylinder-Motor 500 PS leistet. Zudem präsentierte das Unternehmen Studien für ein viersitziges Luxus-Cabriolet mit Acht-Zylinder-Motor und 353 PS.

Ford stellte mit seinen Studien unter der Bezeichnung 24-7 futuristisch aussehende Fahrzeuge vor, deren Computertechnik die mögliche Gestaltung eines Autos der Zukunft darstellen soll. Die drei Studien sind mit sprachgesteuerten Kommunikations- und Telematikeinheiten ausgestattet, die den Insassen auf Zuruf Telefongespräche ermöglichen, den Fahrer durch eine Stadt navigieren, die Musikanlage steuern oder Informationen wie Wetterbericht oder E-Mails liefern sollen.

Indes bestätigten GM und seine deutsche Tochter Opel, dass sie auch die restlichen 50 Prozent des schwedischen Autoherstellers Saab übernehmen wollen. GM/Opel halten seit 1990 50 Prozent der Saab-Anteile. Dabei liegen 32 Prozent bei Opel, 18 Prozent bei GM. Auch die neuen Anteile sollen in diesem Verhältnis aufgeteilt werden.

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