Wirtschaft : Daimler verkauft Telefunken Traditionsmarke aus Berlin wird lizensiert

Berlin - Vom „Coming home“ spricht Hemjö Klein, wenn es um seine neueste Erwerbung geht. Der Unternehmer hat sich eine alte Berliner Marke gekauft und versucht nun mit der Strahlkraft dieser Marke Geld zu verdienen: Telefunken. 1903 hatten Siemens und AEG das Gemeinschaftsunternehmen gegründet, Funk und Fernsehen kamen auf, in den 20er und 30er Jahren versorgte Telefunken Millionen Haushalte mit Rundfunkempfängern. Viel später, in den 80er Jahren, als die Konsumelektronik aus Asien auf die europäischen Märkte drängte, ging es bergab, die inzwischen unter dem Namen AEG-Telefunken agierende Firma musste Vergleich anmelden und landete bei Daimler-Benz. Auf dem Telefunken-Gelände in Berlin-Zehlendorf stehen heute Eigentumswohnungen und ein Einkaufszentrum.

Daimler hat nun die Marke an Hemjö Klein und dessen Beteiligungsfirma Living Holding verkauft. Klein, der im Vorstand der Bahn und der Lufthansa saß, führt von seinem Büro Unter den Linden eine Beteiligungsgesellschaft, die ihr Geld zum Beispiel in Job TV 24 anlegte. Und eben jetzt in Telefunken. Schätzungsweise einen mittelgroßen zweistelligen Millionenbetrag hat Klein für die Marke gezahlt – und verkauft sie nun weiter an Lizenznehmer in aller Welt. Für jedes Land und für die einzelnen Produktbereiche (unter anderem Kommunikation, TV und Haushaltswaren) gibt es eine Lizenz. „Der Name ist hochvital“, sagt Klein, „weil er für die Tugend des Made in Germany stand“. Jedes Jahr werden Klein zufolge rund 300 Milliarden Euro weltweit für Konsumelektronik ausgegeben, zwei Drittel davon für Markenartikel, ein Drittel für eher unbekannte Geräte. „In diesem Markt hat der Kunde das Bedürfnis nach Orientierung“, glaubt Klein. Auch in Deutschland, wo im kommenden Jahr zunehmend Telefunken-Geräte auf den Markt kommen sollen. alf

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