Wirtschaft : Daimler will bei Euro-Umstellung Gas geben

STUTTGART (ajo/HB)."Wir werden behindert", kritisiert Wolfgang Hartung, Leiter des Konzernprojektes Europäische Währungsunion bei Daimler-Benz.Seine Klage richtet sich insbesondere an die Adresse der deutschen Finanzverwaltung.Bislang wollen die Finanzbehörden erst zum letztmöglichen Zeitpunkt, dem 1.Januar 2002, auf Euro umstellen."Deutschland hat eindeutig die rote Laterne", stellt Hartung fest.

Doch Hartung gibt die Hoffnung nicht auf, daß in Deutschland die Daimler-Personalverwaltung wenigstens zum 1.Januar 2000 auf Euro-Basis umstellen kann.So sehe die Situation bei den Krankenkassen beispielsweise bereits verhältnismäßig gut aus.Auch die Finanzverwaltung könne diesen Termin noch schaffen.Doch dazu müsse sie jetzt Tempo machen und nicht nur die eigenen technischen Voraussetzungen schaffen.

Ohne neue Steuertabellen und eine Anpassung der Steuerformeln können die Firmen aber nicht loslegen und ihre Software anpassen.Für die Entwicklung der neuen Programme, ihre Integration und die Testphase rechnet Hartung mit rund neun Monaten.Ein vertracktes Thema seien die steuerlichen Rundungsregelungen, erklärt Rosemarie Mielich, in der Daimler-Konzernzentrale für Arbeits- und Sozialrecht zuständig.Sie stammten teilweise noch aus Zeiten, als es weder Computer noch bargeldlosen Zahlungsverkehr gab.Insgesamt kostet die Umstellung auf den Euro den Konzern rund 200 Mill.DM.Allerdings geht Daimler-Finanzchef Manfred Gentz von einem jährlichen Einsparvolumen bei den Transaktionskosten von bis zu 100 Mill.DM aus.

Mehr als die Hälfte der Gesamtkosten entfallen auf die Umstellung der Datenverarbeitung.Auch im Personalbereich ist dies das Hauptproblem.So hat die Software für Lohn- und Gehaltsabrechnung oftmals keine Stelle für die Endwährung vorgesehen.Daimler-Benz will allerdings voraussichtlich schon ab 1999 wichtige Positionen auf den Lohn- und Gehaltszetteln in Euro ausweisen.

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