Daimler : Zetsche schiebt Mercedes an

Daimler-Chef Dieter Zetsche will mit Mercedes ab 2013 bei zehn Prozent Umsatzrendite erzielen. Hohe Wachstumsraten erhofft sich Daimler in China.

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Blick nach vorne. Daimler-Chef Dieter Zetsche setzt Mercedes für die Zukunft ehrgeizige Renditeziele. Kurzfristig müssen sich die Aktionäre aber noch gedulden. Foto: ddp
Blick nach vorne. Daimler-Chef Dieter Zetsche setzt Mercedes für die Zukunft ehrgeizige Renditeziele. Kurzfristig müssen sich die...Foto: ddp

Berlin/Stuttgart - Daimler-Chef Dieter Zetsche will mit Mercedes ab Ende 2012 kontinuierlich eine operative Umsatzrendite von zehn Prozent erzielen. Zetsche, der dieses Ziel am Freitag auf der ersten Investorenkonferenz des Autobauers in Peking ausgab, bemüht sich mit der langfristigen Prognose um Verlässlichkeit. Zuletzt hatte der Daimler-Chef für erhebliche Irritationen am Finanzmarkt gesorgt, weil er die Jahresprognose für den operativen Konzerngewinn innerhalb weniger Wochen auf mehr als vier Milliarden Euro verdoppelt hatte. Ein Renditeziel für Mercedes hatte Zetsche dabei wegen der Finanzkrise nicht formuliert. Operativ musste der Daimler-Konzern 2009 einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro verkraften, rund ein Drittel davon entfiel auf die Autosparte. Nun gibt sich der Daimler-Chef wieder selbstbewusster. Die Börse reagierte erfreut: Der Kurs der Daimler-Aktie kletterte am Freitag zeitweise um gut 1,8 Prozent.

BMW-Chef Norbert Reithofer hatte zuletzt für seine Autosparte eine operative Umsatzrendite von „acht bis zehn Prozent“ ab 2012 versprochen. Damit liegen die Premiummarken deutlich vor sogenannten Volumenherstellern. So gibt der Volkswagen-Konzern mit seinen zehn Marken insgesamt ein operatives Renditeziel von „mittelfristig mindestens fünf Prozent“ aus. Nicht enthalten sind darin allerdings die Auswirkungen der Integration von Porsche. Der Sportwagenbauer war selbst in der tiefsten Absatzkrise der Branche auf eine Umsatzrendite von mehr als zehn Prozent gekommen.

Daimler-Chef Zetsche blickte in Peking auf erfolgreiche Monate des laufenden Jahres zurück, in denen der Absatz deutlich gestiegen ist. Er dämpfte jedoch die Hoffnung, dass sich diese Entwicklung bis Ende des Jahres fortsetzen werde. In der zweiten Jahreshälfte würden bei Mercedes-Benz Cars höhere Ausgaben für CO2-bezogene Entwicklungen und für Investitionen in neue Fahrzeugmodelle anfallen, die das Ergebnis belasteten. „Dennoch kann ich sagen, dass das Ebit (Gewinn vor Zinsen und Steuern) bei Mercedes-Benz Cars für das Jahr 2010 am oberen Ende unserer Prognose von 2,5 bis drei Milliarden Euro liegen wird“, sagte Zetsche.

Vor allem in China rechnet sich Daimler große Absatzchancen aus. „China wird für Daimler immer wichtiger“, sagte Zetsche. Drei Milliarden Euro sollten in den kommenden Jahren in die Fertigung und weitere Projekte fließen. Bis 2015 werde Mercedes-Benz – ohne die Kleinmarke Smart – den Absatz des vergangenen Jahres um die Hälfte auf 1,5 Millionen Pkw steigern. Jedes fünfte Auto werde Mercedes dann in China verkaufen, derzeit liegt der Anteil gerade einmal bei sechs Prozent. Am Vortag hatten Zetsche und der Vorstandschef des chinesischen Batterie- und Autoherstellers BYD, Wang Chuanfu, die Gründung eines gemeinsamen Forschungs- und Technologiezentrums für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen in China vereinbart.

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