Wirtschaft : DaimlerChrysler genehmigt

BRÜSSEL / STUTTGART (AFP).Die EU-Kommission hat am Donnerstag die Fusion der beiden Autogiganten Daimler-Benz und Chrysler ohne Auflagen gebilligt.Die Unternehmen hätten ihre Schwerpunkte auf unterschiedlichen Märkten, und die Konkurrenz sei weltweit sehr groß, begründete ein Kommissionssprecher in Brüssel die Entscheidung.Der für das Jahresende geplante Zusammenschluß zur DaimlerChrysler AG werde nur geringe Auswirkungen auf die Marktanteile haben.Daimler begrüßte die Entscheidung als "wesentlichen Schritt" auf dem Weg zum größten Zusammenschluß in der Geschichte der Automobilindustrie.Daimler-Benz, größter deutscher Industriekonzern, und Chrysler als Nummer drei auf dem US-Markt werden zusammen vom Umsatz her nach General Motors und Ford der weltweit drittgrößte Autohersteller sein.

Die von Daimler-Vorstandschef Jürgen Schrempp und Chrysler-Chef Robert Eaton ausgehandelte und am 6.Mai vereinbarte Fusion muß nun noch von den US-Kartellbehörden und den Aktionären beider Unternehmen gebilligt werden.Letztere werden auf außerordentlichen Hauptversammlungen am 18.September befragt.Der Zeitplan sei nun gesichert, begrüßte Daimler das positive Votum aus Brüssel.Durch die Fusion entsteht ein globaler Industriekonzern mit einem Jahresumsatz von 234 Mrd.DM, 421 000 Mitarbeitern, einer breitgefächerten Produktpalette und Präsenz in nahezu allen Teilen der Welt.Entlassungen sind nach Aussagen der Firmen nicht geplant.Die in Deutschland eingetragene Aktiengesellschaft soll Firmensitze in Stuttgart und Auburn Hills im US-Bundesstaat Michigan haben.

Die Produktpaletten der Unternehmen überlappen sich laut EU-Kommission zwar in einigen Bereichen wie Luxuswagen, Sportwagen oder Off-Road-Fahrzeuge, die Stärken der Konzerne lägen aber in ihren jeweiligen Heimatmärkten und dürften somit kaum wettbewerbsverzerrende Wirkung entfalten.Höhere Preise hätten die Verbraucher nicht zu befürchten.

Analysten betonen, daß sich die Modellpaletten beider Häuser optimal ergänzen: Während Chrysler in erster Linie auf Massenfahrzeuge wie Minivans, Pick-up-Trucks, Mittelklasse-Pkw und Geländewagen setzt, macht Daimler seinen Umsatz hauptsächlich in hochwertigen Limousinen und Schwerlastwagen.Chrysler setzte im vergangenen Jahr weltweit 2,9 Mill.Fahrzeuge ab, Daimler-Benz 710 000 Personenwagen und 417 000 Nutzfahrzeuge.Wichtigste Chrysler-Marken sind Dodge, Eagle, Jeep und Plymouth.

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