Wirtschaft : DaimlerChrysler hält Einstieg bei Nissan für möglich

DETROIT/STUTTGART (AFP/rtr).DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp hat einen Einstieg seines Konzerns bei dem japanischen Autohersteller Nissan Motor erstmals nicht mehr ausgeschlossen.Das sagte Schrempp am späten Sonntag abend (Ortszeit) bei einer Branchenveranstaltung in Detroit.Sein Partner an der Konzernspitze, Robert Eaton, sagte einen weiteren Konzentrationsprozeß bei den Automobilherstellern voraus.Bisher hatte DaimlerChrysler in der Öffentlichkeit nur über einen Einstieg bei der Nutzfahrzeugtochter Nissan Diesel gesprochen.Die Verhandlungen dazu stehen offenbar kurz vor dem Abschluß.Schrempp hatte bereits unlängst in einem Zeitschrifteninterview gesagt, der Konzern müsse sich stärker in Asien engagieren.Auf der Lkw-Seite wolle DaimlerChrysler zukaufen, auf der Pkw-Seite aus eigener Kraft wachsen.

Der neue Autogigant DaimlerChrysler wächst nach den Worten Schrempps rasch und erfolgreich zusammen.Wenige Wochen nach der Mammutfusion seien bereits wichtige Meilensteine erreicht worden.Im vergangenen Jahr habe der aus der Stuttgarter Daimler-Benz AG und dem US-Hersteller Chrysler entstandene Konzern rund 29 Mrd.DM (etwa 14,8 Mrd.Euro) in Zukunftsinvestitionen gesteckt.Die von Experten bei der Fusion zu Bedenken gegebenen verschiedenen Unternehmenskulturen hält Schrempp eher für einen Vorteil: "Ich sehe eine große Stärke in unseren unterschiedlichen Erfahrungen und Kenntnissen, da oft die besten Ideen im konstruktiven Konflikt geboren werden." Daimler-Benz habe die Firmenehe bereits seit langem gewollt.Weil sich beide Seiten gut vorbereitet hätten, seien sie sich dann voriges Jahr bei einem 17minütigen Gespräch handelseinig geworden.Weiter sagte Schrempp, bis 2001 werde DaimlerChrysler mit 18 neuen Pkw- und Lkw-Modellen aufwarten.Die Investitionen würden in den kommenden drei Jahren 60 Mrd.Dollar (rund 100 Mrd.DM, 69,6 Mrd.Euro) erreichen.Schrempp kündigte an, DaimlerChrysler wolle seinen Umsatz bis zum Jahr 2001 auf umgerechnet 304 Mrd.DM steigern.Der Chrysler-Marktanteil in Europa solle von zuletzt einem auf drei bis vier Prozent steigen.1997 hatte der aus dem Zusammenschluß von Chrysler und Daimler-Benz entstandene Konzern rund 260 Mrd.DM umgesetzt.Mit Mercedes-Pkw will DaimlerChrysler nach Schrempps Worten 1999 etwa zehn Prozent mehr umsetzen als im vergangenen Jahr.1998 hatte der Mercedes-Pkw-Umsatz bei mehr als 63 Mrd.DM gelegen.

Der Ko-Vorstandsvorsitzende Robert J.Eaton sagte eine weitere Konsolidierung in der Autoindustrie voraus.Von den derzeit weltweit rund 40 Herstellern wirtschafteten nur zehn auch gewinnbringend.Der weltweite Absatz an Fahrzeugen wird nach Einschätzung Eatons im laufenden Jahr auf dem Niveau von 1998 bleiben.Die weltweite Automobilindustrie werde im laufenden Jahr Überkapazitäten von etwa 22 Mill.Fahrzeugen haben.Laut Eaton wird der weltweite Automobilabsatz 1999 auf Vorjahresniveau stagnieren.Er erwarte einen Absatz in den USA von 15 bis 15,5 Mill.Fahrzeugen, in Westeuropa von 16 Mill., in Osteuropa von 2,4 Mill.und in Lateinamerika von 3,6 Mill.Für Asien ergebe sich ein "gemischtes Bild".

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