Wirtschaft : DaimlerChrysler: Mit Hyundai nach China (Kommentar)

Alfons Frese

Machen Sie jetzt Ihr Spiel, Herr Schrempp. Am Montag geht nichts mehr. Bis dann werden Gebote für den südkoreanischen Autohersteller Daewoo entgegengenommen, und Daimler-Chrysler will dabei sein. Mit dem Verkauf der hochverschuldeten Daewoo Motor Co. endet die Konsolidierung in der koreanischen Autoindustrie: Von vier Herstellern überlebt nur der Marktführer Hyundai, der bereits vor zwei Jahren Kia geschluckt hatte. Bei Samsung Motors ist inzwischen Renault eingestiegen. Jetzt geht es an Daewoo. Offenkundig schrecken die 34 Milliarden Mark Daewoo-Schulden nicht ab: Die großen Drei - General Motors, Ford und Daimler-Chrysler - ziehen in den Bieterwettbewerb. Daimler-Chrysler zwar nur als Juniorpartner von Hyundai, aber dafür mit den besten Chancen. Denn die Koreaner präferieren eine inländische Lösung, wollen Daewoo also am liebsten an Hyundai weiterreichen. Doch der Marktführer ist selbst stark verschuldet und braucht eine potenten Partner - eben Daimler-Chrysler. Wenn Hyundai Daewoo schluckt, könnten die Koreaner bald zu den größten sechs Herstellern der Welt gehören.

Und was bringt das asiatische Abenteuer für Daimler-Chrysler? Allein die Präsenz auf dem regionalen Markt kann es nicht sein, denn mit der 34-Prozent-Beteiligung an Mitsubishi ist Daimler-Chrysler bereits einen großen Schritt vorangekommen. Das gilt weniger für China. Optimistischen Schätzungen zufolge wächst der chinesische Markt bis 2010 von gegenwärtig rund einer Million auf 50 Millionen Autos. Dominiert wird das dortige Autogeschäft von VW, aber die anderen holen auf. Zum Beispiel Hyundai, die kürzlich ein koreanisch-chinesisches Joint Venture gegründet haben. Mit Hyundais Hilfe nach China - das ist offenkundig die Strategie von Jürgen Schrempp.

0 Kommentare

Neuester Kommentar