Wirtschaft : DaimlerChrysler muß haften

DETROIT (rtr).DaimlerChrysler ist in den USA erneut wegen eines Airbag-Zwischenfalls zu einer Geldstrafe verurteilt worden.Ein Gericht in Philadelphia verurteilte das Unternehmen in einer Sammelklage zur Zahlung von 58,5 Mill.Dollar.Geklagt hatte eine Autofahrerin, die bei der Auslösung des Airbags Verbrennungen erlitten hatte.DaimlerChrysler kündigt an, gegen das Urteil vorzugehen.Erst vor zwei Wochen war der Konzern zur Zahlung von 750 000 Dollar verurteilt worden, nachdem ein fünfjähriger Junge bei der Auslösung eines Airbag getötet worden war.Auch in dem Fall wird ein Einspruch von DaimlerChrysler erwartet.

In dem jetzt in Philadelphia entschiedenen Fall ging es um einen Unfall aus dem Jahr 1992, bei dem eine damals schwangere Frau einen Chrysler LeBaron des Modelljahres 1989 fuhr.Nach Angaben des Anwaltes der Klägerin hatte der Aufprall den Airbag ausgelöst und der Frau durch die beim Zünden des Airbags austretenden Gase Verbrennungen zweiten und dritten Grades zugefügt."Während Airbags bei höheren Geschwindigkeiten sicher eine große Hilfe sind, sind diese vor allem bei geringeren Geschwindigkeiten fehlerhaft konstruiert und haben in unnötiger Weise zu Verbrennungen geführt," sagte der Anwalt der Klägerin, Joseph Kohn.Das Fahrzeug sei zum Zeitpunkt des Unfalls langsamer als 25 Meilen pro Stunde gefahren.Der Konzern habe auch ein Gesetz des US-Bundesstaates Philadelphia verletzt, weil er von den Risiken einer Verbrennung durch den Airbag gewußt habe, aber untätig geblieben sei, sagte Kohn.

DaimlerChrysler erklärte hingegen, der Airbag habe das Leben der Frau und ihres ungeborenen Kindes gerettet und die erlittenen Verbrennungen seien dafür ein kleiner Preis.Auch die Frau habe in einer früheren Vernehmung erklärt, der Airbag habe ihr Leben gerettet."Vor zehn Jahren hätten wir von unseren Kunden ein Danksschreiben dafür bekommen, daß der Airbag ihr Leben gerettet hat.Heute werden wir mit einem Multimillionen Dollar-Urteil geohrfeigt", sagte Unternehmensanwalt Steven Hantler.

In der Sammelklage sprach das Gericht 75 000 Einwohnern Philadelphias, die in den USA gebaute Chrysler-Fahrzeuge vom späten Modelljahr 1998 bis zum Modelljahr 1990 gekauft hatten, jeweils 730 Dollar zu.Dies ergibt eine Gesamtsumme von 54,7 Mill.Dollar.Der Konzern erklärte, es hätten aber nur 14 der Fahrzeuginhaber ähnliche Erfahrungen wie die Klägerin gemacht.Neben den 54,7 Mill.Dollar soll DaimlerChrysler zusätzlich 3,8 Mill.Dollar Strafe zahlen.

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