Wirtschaft : Dampfmaschine, Streiks und Kohlepfennig

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DAS RUHRGEBIET ENTSTEHT

Seit 900 Jahren wird in Deutschland Steinkohle abgebaut. Die ersten Hinweise auf Kohleförderung stammen aus dem Wurm-Revier bei Aachen. Bis ins 16. Jahrhundert schürften Bergleute in den Kohleflözen des Ruhrtals . Im 19. Jahrhundert entwickelt sich das Ruhrgebiet zum wichtigsten Lieferanten von Kohle und Stahl. Die erste Dampfmaschine im Bergbau wird 1801 in Betrieb genommen. Mit ihr stoßen die Bergleute zu hochwertigen Kohleschichten vor. Vierzig Jahre später überschreitet die Förderung im Ruhrgebiet erstmalig die Millionen-Tonnen-Grenze. Das Berggesetz sorgt 1865 für marktwirtschaftliche Bedingungen im Bergbau. Nach der Reichsgründung 1871 steigt die Nachfrage nach Kohle rasant an. 1889 treten die Bergleute in einen Massenstreik und gründen Gewerkschaftsorganisationen. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 fördern 440 000 Bergleute an der Ruhr 114 Millionen Tonnen. In den 50er Jahren erreicht die Förderquote ihren Höhepunkt: 600 000 Kumpel holen 150 Millionen Tonnen aus der Tiefe. 1946 wird die Einheitsgewerkschaft IG Bergbau und Energie gegründet.

DIE ZECHEN STERBEN AUS

Mit der Kohlekrise 1958 beginnt im Ruhrgebiet das Zechensterben. Erdöl und Importkohle lösen die aufwendig zu fördernde Steinkohle zunehmend ab. 1970 waren noch 240 000 Menschen im Steinkohlebergbau beschäftigt. Der Bund führt 1974 den Kohlepfennig ein, der auf die Stromrechnung aufgeschlagen wird und den Nachteil gegenüber der deutlich preisgünstigeren Weltmarktkohle ausgleicht. Das Bundesverfassungsgericht erklärt den Kohlepfennig 1994 für verfassungswidrig. Drei Jahre später vereinbaren Bund und Länder, die öffentlichen Zuschüsse bis 2005 auf etwa die Hälfte zurückzufahren, von jährlich 4,6 Milliarden Euro (1997) auf 2,5 Milliarden Euro (2006). Heute betreibt die Ruhrkohle Aktiengesellschaft (RAG) über ihre Tochter Deutsche Steinkohle AG die sieben verbliebenen deutschen Bergwerke und beschäftigt etwa 33 000 Mitarbeiter. ahe

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