Wirtschaft : Darlehen der Eigentümer nötig - Aufsichtsrat legt Beschluss vor

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Die Eigentümer des ostdeutschen Stromversorgungsunternehmens Veag müssen dem angeschlagenen Unternehmen noch vor dem Abschluss des Stabilisierungsprogrammes ein Milliarden-Darlehen zur Verfügung stellen. Aus der Tagesordnung der Veag-Aufsichtsratssitzung am 15. Februar geht hervor, dass die Anteilseigner in Berlin über die Gewährung einer solchen kurzfristigen Liquiditätshilfe beschließen werden. Wie aus Eigentümerkreisen am Dienstag verlautete, benötigt die Veag kurzfristig bis zu einer Milliarde Mark.

Grund für die Liquiditätslücke: Die Veag verliert täglich Geld, weil sie im Strompreis-Wettlauf um ihre Kunden mit den westdeutschen Konkurrenten mithalten muss. Seit der Vereinbarung der Eigentümer der Veag mit dem Bundeswirtschaftsministerium über den Abschluss eines mittelfristigen Konzeptes zur Rettung des ostdeutschen Versorgers im vergangenen Herbst ist die so genannte Braunkohleschutzklausel für den Osten faktisch gefallen - immer mehr Stromkunden in den neuen Bundesländern wollen an den stark fallenden Strompreisen Gesamtdeutschlands partizipieren. Will die Veag als Vorlieferant die ostdeutschen Regionalversorger, und damit ihren gesamten Markt, nicht verlieren, muss sie die Preise an das Marktniveau anpassen, obwohl die Erzeugungskosten nicht sinken. In den vergangenen Wochen, hieß es, sank die Liquidität der Veag dadurch um einen "hohen dreistelligen Millionenbetrag". Ohne einen raschen Ausgleich muss die Veag ihr Eigenkapital zur Deckung der laufenden Verluste nutzen.

Die größten Eigentümer der Veag sind die Essener RWE AG und die Hannoveraner PreussenElektra AG mit 26,25 Prozent und die Bayernwerke mit 22,5 Prozent Prozent. Auch der Dortmunder VEW und der Berliner Bewag AG gehören Anteile.

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