Wirtschaft : Das Angebot liegt bei 87 Milliarden Dollar

Aus dem Übernahmekampf um den US-Pharmakonzern Warner-Lambert geht der US-Pharmahersteller Pfizer nach amerikanischen Medienberichten als Sieger hervor. Warner-Lambert soll demnach einem aufgestockten Angebot von 87 Milliarden Dollar der Pfizer Inc. zugestimmt haben. Pfizer soll statt bisher 2,5 eigene Aktien jetzt 2,75 je Warner-Lambert-Anteil anbieten, wie die Medien am Donnerstag berichteten. Die Unternehmen nahmen keine Stellung.

Am 4. November hatten Warner-Lambert und der Konkurrent American Home Products Corp eine Fusion im Wert von rund 70 Milliarden Dollar vereinbart (128 Milliarden Mark). Noch am gleichen Tag konterte Pfizer mit einem feindlichen Übernahmeangebot von 82,4 Milliarden Dollar. Daraufhin verhandelten American Home Products und Warner-Lambert mit dem Waschmittel- und Konsumgüterhersteller Procter & Gamble über eine Dreierfusion. Diese Pläne platzten, weil die Aktien von Procter & Gamble auf Grund der Fusionsgerüchte einbrachen.

Die Fusionsvereinbarung mit American Home ist nach derzeitigen Aktienkursen nur noch rund 58,6 Milliarden Dollar wert. Deshalb ist das versüßte Pfizer-Angebot für die Warner-Lambert-Aktionäre nun attraktiver. Warner-Lambert müsste American Home Products allerdings eine Entschädigung in Milliardenhöhe zahlen, sollte ihre geplante Fusion nicht zu Stande kommen.

Die Fusion zwischen Pfizer und Warner-Lambert verdeutlicht das Tempo, mit dem sich die Pharma-Industrie derzeit konsolidiert. Erst vor zwei Wochen waren die britischen Pharmakonzerne Glaxo und Smithkline zum größten Arzneimittelhersteller der Welt verschmolzen. Zuvor hatten vor allem die Fusionen von Astra und Zeneca zu AstraZeneca sowie die Bildung von Aventis durch Hoechst und Rhône-Poulenc die Branche in Bewegung gehalten.

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