Wirtschaft : Das Bausparen steht weiter hoch im Kurs

BONN . Bausparen steht in der Bevölkerung offenbar weiter hoch im Kurs. Nach der Bausparkasse Schwäbisch Hall meldeten auch die Landesbausparkassen (LBS) am Donnerstag in Bonn neue Spitzenwerte. Im Neugeschäft sei das abgelaufene Jahr das bislang zweitbeste gewesen, sagte Verbandsdirektor Hartwig Hamm bei der Jahrespressekonferenz. Er mahnte zugleich, bei der von Rot-Grün geplanten Förderung der Altersvorsorge müsse auch die selbstgenutzte Immobilie berücksichtigt werden. Alle Angebote privater Vermögensbildung zur Altersvorsorge müßten einbezogen werden. Dazu gehöre auch das Bausparen. "Immer mehr Menschen erkennen, daß Bausparen ein sicherer Weg in die eigenen vier Wände ist - und damit eine solide private Altersvorsorge", sagte Hamm.

Nach bereits überdurchschnittlich guten Zahlen im LBS-Neugeschäft 1998 registrierten die 13 zur Sparkassenorganisation gehörenden Landesbausparkassen in den ersten fünf Monaten 1999 erneut Zuwächse. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge sei von Januar bis Mai 1999 im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent auf mehr als 586 000 gestiegen, die Bausparsumme um sieben Prozent auf 21,3 Mrd. DM, berichtete Hamm. Im vorigen Jahr habe der Vertragsbestand der LBS- Gruppe erstmals die Summe von 400 Mrd. DM überschritten. Derzeit würden mehr als 11,3 Mill. Verträge mit einer Summe von 409 Mrd. DM geführt. Die Bausparkasse der Sparkassen sei damit unangefochten Marktführer. Hamm: "Jeder dritte Bausparvertrag in Deutschland ist ein LBS-Vertrag." Fast 20 Prozent der im vorigen Jahr gebauten Eigenheime sei von der LBS mit finanziert worden. Bei den Finanzierungszusagen verzeichneten die Landesbausparkassen 1998 einen Zuwachs von 1,4 Prozent auf 22,3 Mrd. DM.

Für das laufende Jahr sei mit ähnlich hohen Auszahlungssummen zu rechnen. Gerade für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen sei die Immobilie die mit Abstand wichtigste Form der Vermögensbildung und privaten Vorsorge fürs Alter, sagte der LBS-Verbandsdirektor. Ob jemand im Rentenalter nennenswertes Privatvermögen habe oder nicht, entscheide sich oft vor allem an der Frage, ob er Wohneigentum bildet oder auf Dauer Mieter bleibt.

Vor diesem Hintergrund nannte es Hamm bedauerlich, daß die Förderung des Wohneigentums in die Debatte um den Subventionsabbau hineingezogen worden sei. Er warnte vor weiteren Einsparungen für die Wohneigentumsförderung. "Was beim Wohneigentum gekürzt und damit nicht gebaut wird, muß der Staat im Mietwohnungsbau steuerlich viel teurer fördern, wenn nicht neue Probleme bei der Wohnungsversorgung produziert werden sollen." Dies sei Sparen am falschen Ende. Die bisherigen Rahmenbedingungen hätten sich eindeutig bewährt und sollten so bleiben.

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