Wirtschaft : „Das ICC kann nie die Kosten decken“

Messechef Hosch erwartet Gutachten im Frühjahr – und mehr Umsatz für 2005

Alfons Frese

Berlin – Die Messe Berlin will kräftig wachsen und allein im kommenden Jahr den Umsatz um knapp neun Prozent erhöhen. Das kündigte Messechef Raimund Hosch am Montag in Berlin an. 2005 ist ein so genanntes starkes Messejahr, weil die Internationale Funkausstellung stattfindet. Bis 2008 will Hosch den Umsatz der landeseigenen Messe von 124 Millionen auf 144 Millionen steigern. Ob der Gewinn entsprechend wächst, hängt im Wesentlichen von den Aufwendung für Instandhaltung und Wartung der Messehallen und des ICC ab. So hat die Messe im Veranstaltungsgeschäft 2003 gut zehn Millionen Euro Gewinn gemacht, aufgrund des Defizits der Liegenschaften in Höhe von 16,4 Millionen Euro aber im Minus abgeschlossen. Der Fehlbetrag betrug schließlich 4,7 Millionen Euro und im Konzernabschluss, in dem auch die Beteiligungen berücksichtigt werden, 6,3 Millionen Euro. Die Zahlen für 2004 liegen Hosch zufolge noch nicht vor. Allein mit ihren Veranstaltungen kommt die Messe auf eine Umsatzrendite von gut zehn Prozent, die aber von den Immobilienkosten überkompensiert werden, sagte der Messegeschäftsführer.

In dem Zusammenhang lobte Hosch die Entscheidung des Senats, der Messe in den kommenden fünf Jahren 65 Millionen Euro für die Immobilien zur Verfügung zu stellen. „Das gibt Sicherheit für fünf Jahre.“ Nach Angaben des Messechefs reicht das aber bei weitem nicht für die Instandhaltungskosten aus, die er mit 31 Millionen Euro pro Jahr bezifferte. Davon entfällt allein die Hälfte auf das ICC. Das Gutachten über die Zukunft und die Sanierungskosten des Kongresszentrums wird sich im Übrigen noch bis nächstes Frühjahr hinziehen, kündigte Hosch an. Die Gutachter vom Architektenbüro von Gerkan, Marg und Partner sollten nunmehr auch klären, ob im Zuge einer Sanierung zusätzliche vermarktbare Flächen im ICC geschaffen werden können. Das verzögere die Gutachtertätigkeit. Hosch bekannte sich ausdrücklich für das „weltweit einmalige“ ICC. Das Land als Eigentümer müsse sich aber bewusst sein, dass es „niemals kostendeckend“ betrieben werden könne.

Die in diesem Jahr erstmals in Berlin organisierte Popkomm, habe „sehr viel gebracht“, fast alle Aussteller wollten 2005 wiederkommen. Nach Hoschs Angaben hat die Messe für die Popkomm einen niedrigen sechsstelligen Betrag ausgegeben.

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