Wirtschaft : Das Imperium der Maus

Walt Disney weitet sein Angebot weiter aus – und kauft ein neues Schiff.

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Bald fertig. Das Kreuzfahrtschiff Disney Fantasy in der Meyer-Werft in Papenburg. Foto: dpa
Bald fertig. Das Kreuzfahrtschiff Disney Fantasy in der Meyer-Werft in Papenburg. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Am Anfang stand Micky Maus. Diese kleine, aufmüpfige Figur mit der Stupsnase und den großen Ohren. Irgendwann kamen Schneewittchen, Bambi, Alice im Wunderland und 101 Dalmatiner dazu. Und dann immer mehr. Heute zählt die Walt Disney Company zu den größten Unternehmen in der Welt. Allein im zurückliegenden Geschäftsjahr setzte der Medien- und Unterhaltungskonzern fast 41 Milliarden Dollar um, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Die in den 20er Jahren geborene Micky Maus gilt dabei immer noch als Disneys Markenzeichen, das große Geschäft aber machen längst ganz andere Branchen.

Es ist gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten im Imperium von Disney, zu komplex ist es und zu vielseitig. Die Walt-Disney-Filmstudios gehören dazu, einer der drei größten Fernsehsender der Vereinigten Staaten, die American Broadcasting Company (ABC), außerdem ist Disney unter anderem am Sportkanal ESPN beteiligt. Nicht zu vergessen, die Themenparks in aller Welt und seit einer ganzen Weile auch Kreuzfahrtschiffe. Am 7. Januar wird das nächste davon, die Disney Fantasy, die Papenburger Meyer-Werft verlassen. Auch dort werden einem im Inneren jede Menge bekannter Charaktere begegnen.

Disney treibt es weit mit den Synergien innerhalb des Unternehmens. „Unsere diversifizierten Aktivitäten sind verbunden und ergänzen sich“, sagte Mitbegründer Roy Disney schon 1958. „Wir machen nichts in einer Linie, ohne zu überlegen, wie das anderen Linien helfen könnte.“ Gut 50 Jahre später hat sich daran nichts geändert. Zwar heißt der Chef heute nicht mehr Disney, sondern Robert A. Iger, doch die Philosophie ist geblieben. Noch bevor ein Film in die Kinos kommt, sieht man die Hauptfiguren schon als Attraktionen in Disneyland und in Form von Kuscheltieren und Puppen in den Geschäften, in den Fernsehkanälen wird fleißig für den Streifen geworben.

Viel Werbung betreibt Disney auch für seine interaktiven Medien. Später als andere hat der Konzern die Bedeutung des Internets erkannt und versucht, das Versäumte nun aufzuholen. Seit 2007 etwa gehört die Kinderplattform „Club Penguin“ zum Konzern. In „vielen Ländern ist das der führende Online-Club für Kinder. Das streben wir auch in Deutschland an“, sagt Jeff Jones, Geschäftsführer für Digitale Spiele der Disney Interactive Media Group. Seit November gibt es den Club auch in Deutschland.

In all den Jahren seit der Gründung im Jahr 1923 hat Disney versucht, den technischen, aber auch den gesellschaftlichen Entwicklungen gerecht zu werden. Schon in den 30er Jahren beginnt das große Merchandising, überall tauchten plötzlich die schwarzen Ohren der populären Maus auf. 20 Jahre später kommen die Maus-Comics auch nach Österreich, die Schweiz und Deutschland, wo Disney heute rund 350 Mitarbeiter beschäftigt.

Etwa ein Drittel des Gesamtumsatzes von Disney erwirtschaften heute die 13 Themenparks. Den Großteil des Gewinns generieren allerdings die Walt Disney Studios, zu denen auch die Firma Pixar Animation gehört. Seit der 7,4 Milliarden Dollar teuren Übernahme 2006 ist Disney auch in der Kategorie animierte Filme ganz vorn dabei. Darüber hinaus haben DVDs, CDs und Musicals wie „König der Löwen“ oder „Tarzan“ viel damit zu tun, dass es Disney Anfang des Jahres 2012 blendend geht. Katrin Schulze

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